Das weltweite Fondsvolumen ist 2020 trotz des Ausbruchs der Corona-Pandemie von knapp 53 auf gut 55 Billionen Euro gestiegen. Geht es nach Thomas Loszach, Vorstand der Vereinigung ausländischer Investmentgesellschaften in Österreich (VAIÖ), hätte die Bewegung in manchen Regionen durchaus größer sein können. Denn im Corona-Jahr herrschte bei den Privatanlegern Vorsicht: In Europa habe die Sparquote der Haushalte auf den zweithöchsten Wert seit 1999 zugelegt. "Das Sparvermögen hilft weder der Wirtschaft noch den Privaten beim Vermögensaufbau", so Loszach bei einer Präsentation anlässlich des Weltfondstags am 19. April, gemeinsam mit der Vereinigung österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG).

Deren Präsident Heinz Bednar geht ebenfalls davon aus, dass die Teilhabe am Fondsmarkt trotz der Rekorde noch größer sein könnte. Zwar sei grundsätzlich die Zustimmung der Österreicher zur Veranlagung in Aktien, Anleihen und Fonds in den vergangenen fünf Jahren von deutlich unter 30 Prozent auf deutlich über 40 Prozent gestiegen. Das zeige eine Studie im Auftrag der VÖIG durch Integral. Doch gerade steuerlich könnte noch mehr angeregt werden: So geben etwa 21 Prozent der Befragten an, sie würden bei Steuerbegünstigung "ganz sicher" ein nachhaltiges Investment in Erwägung ziehen. Nachhaltigkeit zählt gemeinsam mit Technologie sowohl in Österreich als auch global zu den großen Investmenttrends.

Weltfondstag
Im Raum steht aber auch, dass der österreichische Finanzsektor selbst durch koordiniertes Vorgehen noch besser zu einer Kräftigung der Situation beitragen könnte. Zum Beispiel wird der (hierzulande kaum bekannte) Weltfondstag nicht durch eine gemeinsame Aktion von Banken und Fondsverbänden gepusht. Der Fondstag gehört traditionell der VÖIG, der weitaus bekanntere Weltspartag den Banken. "Wir haben werblich im Vorfeld des Fondstages viel unternommen und haben als VÖIG die Häuser unterstützt" so Bednar. Wie die Banken den Tag wahrnehmen, sei jedoch stark unterschiedlich und jedes Institut gehe hier eigenständig vor.

Auch österreichische Investmentfonds erreichten 2020 einen Höchstwert. Das veranlagte Volumen stieg von knapp 185 auf fast 192 Milliarden Euro. Das erste Quartal 2021 entwickelte sich weiter stark. Per Ende März lag das Volumen auf über 198 Milliarden Euro, mittlerweile dürfte die 200 Milliarden-Marke geknackt worden sein. Von den Nettomittelzuflüssen von rund drei Milliarden Euro im ersten Quartal entfielen auf institutionelle Anleger 1,1 Milliarden Euro, aus dem Publikumsfondsbereich kamen 1,9 Milliarden Euro. (eml)