Der Nachhaltigkeitschef der Credit Suisse, Daniel Wild, hat sich gegenüber Bloomberg für eine stärkere Regulierung von ESG-Ratings ausgesprochen. Spezielle Nachhaltigkeits-Ratingagenturen würden unzureichend beaufsichtigt, kritisiert er. Wild fordert außerdem mehr Transparenz bei den Ratings selbst: "Zumindest möchte man wissen, warum ein Rating dort gelandet ist, wo es ist, und welche Annahmen dabei getroffen wurden."

Weil der Markt für "grüne" Investments boomt, kommt ESG-Ratings eine immer wichtigere Rolle zu. Gleichzeitig kritisieren Marktbeobachter die mangelnde Einheitlichkeit der Bewertungen. Bei großen Diskrepanzen zwischen einzelnen Ratingagenturen gebe es Fragen von Kunden, sagt auch Clemence Humeau, ESG-Chefin bei Axa Investment Managers. "Es ist ein Bereich, in dem Harmonisierung nötig ist."

Probleme sind bekannt
Die Branche sei sich der Unterschiede zwischen einzelnen Ratings bewusst, zitiert Bloomberg Andy Pettit, Leiter des Bereichs Policy Research bei Morningstar, der Mutter der ESG-Ratingagentur Sustainalytics. In den Diskrepanzen spiegelten sich die unterschiedlichen Gewichtungen der Faktoren Umwelt, Soziales und Unternehmensführung wider, ebenso die unterschiedlichen Methoden und Datensätze. Es gebe so viele verschiedene Faktoren bei einem ESG-Rating, dass Anbieter sie gewichten müssten, sagt Pettit – was eben zu abweichenden Ergebnissen führt. (fp)