"Persönliches Verschulden" gilt als häufigste Ursache, warum Menschen in den Privatkonkurs schlittern. Über 30 Prozent der Pleiten in Österreich gehen auf diesen Faktor zurück. Das ergibt eine Analyse des Gläubigerverbands KSV1870. In den meisten Fällen – nämlich bei gut 19 Prozent – steht dabei im Hintergrund eine Überschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit.

Das persönliche Verschulden kristallisierte sich in den vergangenen Jahren als immer ernsteres Problem heraus. Im Jahr 2020 hat dieser Umstand die ehemalige Selbstständigkeit als Ursache Nummer eins abgelöst. Momentan gilt eine gescheiterte Selbstständigkeit bei gut einem Viertel der Privatinsolvenzen als Auslöser.

Wegen der seit Jahresbeginn drastisch anziehenden Teuerung erwarten die KSV-Experten eine Verschärfung der Situation. "Insbesondere was den Konsum betrifft, raten wir aufgrund der aktuellen Teuerungswelle zur Vorsicht", so Karl-Heinz Götze, Leiter KSV1870 Insolvenz. Unbedachte Finanzentscheidungen könnten vor allem für jene, die bereits in den vergangenen Jahren den Spielraum ausgeschöpft haben, zur Belastung werden. (eml)