Sogar vermögende Kunden wollen heute digital auf ihre Konten zugreifen können, zeigt der "Private Banking Report" der liechtensteinischen LGT-Gruppe, über den das Portal Finews.ch berichtet. Der Wunsch von Bankkunden, über das Internet mit ihrem Geldhaus zu interagieren, ist insgesamt deutlich gestiegen. Im Gegenzug ist der Anteil der Kunden, die ihrem Berater persönlich Aufträge erteilen wollen, signifikant gesunken.

Nicht nur junge, männliche Private-Banking-Kunden fragen verstärkt Online-Zugänge nach. Die LGT-Studie zeigt: Auch Menschen über 60 Jahre sowie weibliche Privatanleger nutzen immer öfter das Internet für die Kommunikation mit ihrer Bank. Nur neun Prozent der Befragten lehnen Online-Banking komplett ab. Der Anteil dieser "Digital Deniers" ist seit dem Jahr 2016 um fünf Prozent gesunken. Setzt sich der Trend fort, gibt es bis zum Jahr 2022 überhaupt keine Kunden mehr, die ausschließlich persönlich mit ihrem Berater sprechen wollen.

Anlageberatung lieber von Mensch zu Mensch
Die gute Nachricht für Berater: In einigen Bereichen sind sie nach wie vor gefragt. Geht es nicht um die reine Auftragsabwicklung, sondern um die Anlageberatung, ziehen Kunden einen Berater aus Fleisch und Blut einem Robo-Advisor vor. Bei deutschen Kunden ist der Wunsch nach menschlichem Kontakt noch ausgeprägter als bei Kunden in Österreich oder in der Schweiz. Rund 60 Prozent der Kunden im deutschsprachigen Raum gaben zudem an, ihr Vermögen nie von einem Robo-Advisor verwalten lassen zu wollen.

Auch in der digitalen Bankenwelt von morgen würden viele Kunden nicht komplett auf einen Kundenberater verzichten wollen. Viele wären sogar dazu bereit, für einen menschlichen Berater mehr zu bezahlen. In Deutschland ist diese Bereitschaft besonders stark ausgeprägt: Dort würden 56 Prozent der Private-Banking-Kunden einen Mehrpreis für persönliche Beratung zahlen. In Österreich wären es nur 35 Prozent, in der Schweiz immerhin 46 Prozent. (fp)