Podcast: Warum Deutschland bei Pharma den Anschluss verliert
Warum scheitert medizinischer Fortschritt in Deutschland oft an der Umsetzung? Prof. Dr. Jochen Maas spricht im FONDS professionell Podcast über Bürokratie, globale Abhängigkeiten – und darüber, warum Europa im Pharma-Wettbewerb zurückzufallen droht.
Medizinische Innovation beginnt oft in Europa – doch sie endet immer häufiger anderswo. In der neuen Folge von "Joachim Nareike sucht das Gespräch" analysiert Prof. Dr. Jochen Maas, Vizepräsident des House of Pharma and Healthcare in Frankfurt und ehemaliger Leiter des deutschen Forschungs- und Entwicklungsstandorts des französischen Pharma-Giganten Sanofi, die Schwächen des Standorts und zeigt, wo Deutschland im globalen Wettbewerb zurückfällt.
Im Fokus steht dabei ein zentrales Problem: die fehlende "Translation" – also der Weg von der Grundlagenforschung zur Anwendung. Während Deutschland bei Publikationen und Patenten weltweit vorne mitspielt, finden klinische Studien und damit die entscheidende Umsetzung zunehmend in den USA und China statt.
Bürokratie als entscheidender Bremsfaktor
Ein wesentlicher Grund: Bürokratie. Genehmigungen für klinische Studien dauern in Deutschland deutlich länger als in anderen Ländern – mit Folgen für Investitionen und Wertschöpfung. Gleichzeitig warnt Maas davor, bei innovativen Arzneimitteln die gleichen Fehler zu machen wie zuvor bei Generika, deren Produktion längst nach Asien verlagert wurde. Auch geopolitische Entwicklungen spielen eine Rolle. Die Politik von US-Präsident Donald Trump könne Auswirkungen auf Zulassungen und Preisstrukturen haben – mit Konsequenzen für europäische Patienten.
Trotz aller Herausforderungen sieht Maas auch Chancen: Biotechnologie könne ein zentraler Wachstumstreiber für Deutschland werden. Voraussetzung sei jedoch, dass Politik und Wirtschaft schneller handeln und bestehende Strukturen reformieren – jetzt reinhören!















