Österreichs Staatsschulden: So viel Wachstum wäre für Eindämmung nötig
Um die Schuldenquote zu senken, kann ein Staat entweder sparen oder kräftiger wachsen. Eine Berechnung zeigt, wie viel Wachstum uns fehlt.
Österreich hat Staatsschulden in Höhe von gut 431 Milliarden Euro. Laut Statistik Austria lag die Schuldenquote im ersten Quartal 2026 bei 83,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), um zwei Prozentpunkte mehr als ein Jahr davor. Die EU-Regeln erlauben eigentlich nur 60 Prozent. Der Fiskalrat geht allerdings von einem weiteren Anstieg in Österreich auf 87,8 Prozent bis 2030 aus.
Die Regierung hat bereits im Vorjahr Einsparungen von 15 Milliarden Euro beschlossen, dazu sollen nächstes und übernächstes Jahr jeweils weitere zwei Milliarden Euro kommen. Doch nicht nur Sparen hilft. Ein hohes Wirtschaftswachstum würde die Sparnotwendigkeit naturgemäß reduzieren. Die Agenda Austria – das wirtschaftsliberale Lobbyinginstitut ist für bessere Voraussetzungen für Unternehmen – hat ausgerechnet, wie hoch das Wirtschaftswachstum sein müsste, um den Anstieg der Schuldenquote zu verhindern: Bereits heuer wäre ein nominales Wachstum von 5,5 Prozent erforderlich, 2,4 Prozentpunkte mehr als erwartet.

Angesichts der global geopolitisch und konjunkturell schwierigen Lage, kann sich der Finanzminister auf das Wirtschaftswachstum nicht verlassen. Um die Schuldenquote zu stabilisieren, seien strukturelle Reformen und eine konsequentere Ausgabendisziplin nötig. "Denn je höher die Verschuldung steigt, desto stärker belasten die Zinszahlungen künftige Budgets und desto geringer wird der finanzielle Spielraum des Staates", heißt es bei der Agenda Austria. (eml)















