Um trotz Pensionslücke einen sorgenfreien Ruhestand genießen zu können, müssen die meisten Österreicher inzwischen privat vorsorgen. Bei der Frage nach dem am besten geeigneten Altersvorsorgeprodukt zeichnet sich aber eine kuriose Entwicklung ab, zeigt das "Finanzbarometer 2021 – Österreich" des Vermögensverwalters J.P. Morgan Asset Management (J.P. Morgan AM). Zwischen den Produkten, welche die Befragten für die beste Form der privaten Altersvorsorge halten, und denen, in die sie ihr Geld tatsächlich anlegen, gibt es einen großen Unterschied.  

Von 1000 befragten Frauen und Männern im Alter ab 20 Jahren gaben 44 Prozent an, Lebens- und Rentenversicherungen seien das am besten geeignete Finanzprodukt für die Altersvorsorge. Es war erlaubt, mehrere Antwortmöglichkeiten anzukreuzen. Ein Drittel der Befragten hielt das Sparbuch für besonders geeignet (33 Prozent), ebenfalls nahezu ein Drittel nannten Aktien (30 Prozent). Darauf folgten als beliebteste Anlageprodukte Investmentfonds (25 Prozent) sowie Anleihen (24 Prozent). 

Mehr als die Hälfte setzt aufs Sparbuch
Bei der Frage, wie die Teilnehmer ihr Geld tatsächlich anlegen, zeigte sich jedoch ein anderes Bild. Mehr als die Hälfte der Befragten (59 Prozent) setzt trotz Nullzinsen weiterhin aufs Sparbuch. Nur 23 Prozent der Studien-Teilnehmer besitzen dagegen Aktien. Das ist aus Sicht von Markus Sevcik, Geschäftsführer bei J.P. Morgan AM in Wien, gerade bei dem Anlageziel Altersvorsorge fatal. "Eines der Grundprinzipien der Wertpapieranlage ist, dass bei einem langfristigen Anlagehorizont die gefürchteten Marktschwankungen an Bedeutung verlieren – mit einem breit gestreuten Investment", betont der Investmentprofi. Gerade Menschen die langfristig investieren – etwa für den Ruhestand – sollten daher auf die "Wachstums- und Ertragskraft von Wertpapieranlagen setzen". 

Immerhin hat die Pandemie das Thema Geldanlage vielen Österreichern nähergebracht. Auch das zeigt die Umfrage. So gaben 13 Prozent der Befragten an, sich seit der Pandemie mit diesem Thema zu beschäftigen und zu investieren. Jeder vierte Befragte hat noch nicht angefangen zu investieren, möchte aber in diesem Jahr damit loslegen. Ebenfalls nahezu ein Viertel der Befragten war bereits vor der Pandemie Anleger (23 Prozent) und 35 Prozent der Teilnehmer haben kein Interesse. (fp)