OeNB: Österreicher investieren mehr in Wertpapiere als in Einlagen
Von den rund 28 Milliarden Euro, die die österreichischen Haushalte vergangenes Jahr für Finanzanlagen zur Verfügung hatten, flossen mehr in Wertpapiere als in Einlagen. Fonds sind der stärkste Treiber. 2026 könnten laut OeNB erneut die Finanzinvestitionen hoch werden.
Fonds, Aktien oder Anleihen standen 2025 hoch in der Gunst der Österreicherinnen und Österreicher. Nach einer Erhebung der Österreichischen Nationalbank (OeNB) hatten die Haushalte für die Veranlagung am Kapitalmarkt 27,8 Milliarden Euro. Davon investierten sie einen Rekordwert von 13,6 Milliarden Euro in Wertpapiere, und damit deutlich mehr als in Einlagen mit 10,9 Milliarden Euro.
Insbesondere Investmentfondsanteile und die vom Staat begebenen Bundesschatzscheine konnten bei den Bürgern punkten, schreibt die OeNB-Expertin Lisa Reitbrecht in einem neuen Report. Investmentfonds waren mit Nettozuflüssen von 7,6 Milliarden Euro die wichtigste Wertpapier-Anlagekategorie. Insgesamt besaßen österreichische Haushalte Ende 2025 ein Fondsvermögen von 117,9 Milliarden Euro. Davon entfielen 55 Prozent auf Produkte inländischer Gesellschaften.
"Deutliche Ausweitung der Wertpapierinvestitionen"
"Seit 2020 ist eine deutliche Ausweitung der Wertpapierinvestitionen privater Haushalte zu beobachten", so Reitbrecht. Damals – knapp nach dem Beginn der Covid-19-Pandemie – lagen die Nettoinvestitionen in Wertpapiere bei nur 3,4 Milliarden Euro.
Sehr stark nachgefragt werden nach wie vor die 2024 (nach einer Pause) neu aufgelegten Bundesschatzscheine der Republik: Etwa die Hälfte der seitdem gekauften verzinslichen Wertpapiere machen Bundesschatzscheine aus. Im Durchschnitt fließen pro Quartal rund 0,8 Milliarden Euro in diese Produkte. Ein Viertel davon in "grüne" Papiere, die nachhaltige Projekte des Staates finanzieren sollen.
2026 erneute Rekorde bei Finanzinvestitionen möglich
Bei der OeNB geht man davon aus, dass 2026 erneut ein starkes Jahr für die Finanzinvestitionen wird. Der Nahostkrieg, die gestörten Lieferketten, gestiegene Energiepreise, der Sparzwang der Regierung und die gesunkenen Realeinkommen treiben die Verunsicherung an, was umgekehrt heißt, dass die Leute mehr zurücklegen und Realinvestitionen aufschieben oder beim Konsum den Gürtel enger schnallen. "Falls sich der Trend aus den Vorjahren fortsetzt und die nicht-finanziellen Investitionen niedrig sind, lässt dies vermuten, dass die Haushalte auch im Jahr 2026 hohe finanzielle Investitionen tätigen werden", so die Autorin.
Ernüchternd ist die Situation bei den nettoverfügbaren Einkommen: Diese stiegen nominell nur um 1,1 Prozent – bereinigt um den Konsumdeflator von 2,7 Prozent bedeutet das, dass die realen Nettoeinkommen um 1,6 Prozent sanken. Dass die Bürger aufgrund der Situation bei den Ausgaben vorsichtig sind, ist nachvollziehbar: Realwirtschaftliche Investitionen, etwa in den Wohnbau, blieben 2025 mit 20,7 Prozent unterdurchschnittlich, heißt es bei der OeNB.
Insgesamt besaßen die Haushalte 2025 ein Finanzvermögen von 968,6 Milliarden Euro. 22,4 Prozent davon ist in Wertpapieren veranlagt, insbesondere in Investmentfondsanteilen (zwölf Prozent). Obwohl dieser Anteil steigt, sind die Einlagen nach wie vor die dominante Kategorie mit 35,2 Prozent, gefolgt von Unternehmensbeteiligungen (23,7 Prozent). (eml)















