New York moniert ungenügende CO₂-Pläne von Blackrock, Fidelity und Co.
Der Rechnungsprüfer von New York City hat Pensionsfonds der Stadt aufgefordert, Mandate bei drei der größten Asset Manager entweder neu auszuschreiben oder ganz zu beenden. Ihre Dekarbonisierungsstrategien würden nicht den 2023 beschlossenen Net-Zero-Plänen entsprechen.
Brad Lander, Rechnungsprüfer der Stadt New York, hat den Treuhändern von drei großen Pensionsfonds der Metropole einen aktualisierten Plan zur Net-Zero-Implementierung vorgelegt. Konkret genannt werden in einem offiziellen Schreiben des Kassenwarts das New York City Employees Retirement System (NYCERS), das Teachers Retirement System (TRS) und das Board of Education Retirement System (BERS). In dem veröffentlichten Schreiben wird empfohlen, dass die drei Systeme die Indexmandate für US-Aktien von Blackrock neu ausschreiben und die Mandate der aktiven Asset Manager Fidelity und Panagora kündigen.
Die Empfehlung folgt auf eine umfassende Bewertung von 49 öffentlichen Investmentmanagern der städtischen Rentensysteme. Während 46 der Verwalter Dekarbonisierungspläne vorgelegt hätten, die mit den Net-Zero-Plänen der Stadt übereinstimmen, hätten die drei genannten Vermögensverwalter die Anforderungen nicht erfüllt, was die Klimaziele der Systeme angehe.
Engagement mangelhaft
Blackrock fällt laut Lander vor allem durch eine neue Politik negativ auf, nach der der Manager bei US-Unternehmen mit Beteiligungen von mindestens fünf Prozent keine proaktiven Proxy-Engagements mehr zu Themen wie Klimazielen oder Lobbying-Ausrichtung verfolgt, was als unzureichende Klima-Stewardship gewertet wird. Der Rechnungsprüfer empfiehlt daher, die US‑Aktienindexmandate über 42,3 Milliarden US‑Dollar neu auszuschreiben.
Fidelity wird kritisiert, weil der Manager eine restriktive SEC-Interpretation nicht nur auf US-, sondern auch auf Nicht‑US‑Unternehmen anwendet und damit klimabezogenes Engagement selbst bei finanziell wesentlichen Themen weitgehend unterbindet. Deshalb soll das World-ex-US-Small-Cap-Mandat von TRS beendet, die rund 384 Millionen Dollar sollen neu allokiert werden. Panagora beschränkt sich als quantitativer Fondsmanager vornehmlich auf Emissionsoffenlegung und treibt keine konkreten Maßnahmen zur Dekarbonisierung wie Zielsetzungen oder Übergangspläne bei Unternehmen voran, weshalb die Beendigung des US‑Small‑Cap‑Mandats bei NYCERS und TRS empfohlen wird.
Renditeziele sogar übertroffen
Konkreter Hintergrund ist das Ziel, die Rentner-Portfolios bis 2040 auf Netto-Null auszurichten und dabei sowohl Emissionen zu senken als auch aktiv über Stewardship und Engagement Klimarisiken anzusprechen und zu managen. Die Pensionsfonds hatten 2023 entsprechende Net-Zero-Pläne verabschiedet, mit detaillierten Verpflichtungen zu Zwischenzielen, Emissionsoffenlegung, Engagement mit Asset Managern und anderen Portfolioverwaltern sowie konkreten Investitionen in Klimaschutzlösungen und nicht zuletzt selektiver Desinvestitionen zur Reduktion entsprechender Risiken.
Wie schon zu Beginn des Jahres bekannt gegeben wurde, haben die Systeme gemeinsam eine Reduzierung der finanzierten Treibhausgasemissionen um 37 Prozent seit dem Basisjahr 2019 erreicht, sich von den Eigentümern fossiler Energiereserven getrennt und die Investitionen in Klimalösungen auf 11,9 Milliarden Dollar erhöht. Und das bei gleichzeitig hohen Renditen – 10,5 Prozent für das Geschäftsjahr 2025 –, was deutlich über dem versicherungsmathematischen Ziel von sieben Prozent liegt. (hh)














