Neue Anlageklasse: JP Morgan setzt auf Luxusautos für reiche Europäer
Die US-Großbank JP Morgan reagiert auf die wachsende Bedeutung von Sammlerfahrzeugen bei Vermögenden und erweitert ihr Kreditangebot in Europa um eine neue Anlageklasse.
JP Morgan Chase erweitert das Kreditangebot für vermögende Kunden in Europa. Darlehen können nun auch auf Sammlungen klassischer und luxuriöser Automobile aufgenommen werden. Die Wall-Street-Bank erschließt damit eine Anlageklasse, die bei Wohlhabenden besonders beliebt ist.
Ausweitung auf weitere europäische Länder
Die Privatbank des US-Instituts bietet ihren Kunden die Möglichkeit, Darlehen auf klassische, seltene oder individuell gestaltete Fahrzeuge aufzunehmen, die physisch in europäischen Ländern wie England, Italien und Deutschland gelagert werden. Dieser Service, der für Kunden in den Vereinigten Staaten bereits verfügbar ist, wird laut einer Mitteilung der Bank nun auch auf Frankreich, die Schweiz und Spanien ausgeweitet.
Autos als Instrument der Vermögensdiversifikation
Vermögende Privatpersonen nutzen Automobilsammlungen – ebenso wie andere Sachwerte – zur Diversifizierung ihres Vermögens und stützen sich dabei auf den traditionellen Status von Fahrzeugen als Objekte der Leidenschaft. Klassiker europäischer Marken wie Ferrari, Porsche und Mercedes-Benz haben in den vergangenen Jahren die Aktienmärkte übertroffen. Im Jahr 2024 wuchs der Gesamtmarkt für klassische Fahrzeuge weiter, obwohl Luxusgüter insgesamt einen Rückgang verzeichneten.
Beliebtestes Luxusgut bei jüngeren Superreichen
Dem "Knight Frank Wealth Report 2025" zufolge rangieren hochwertige Automobile als das begehrteste Luxusgut, das jüngere Mitglieder der Superreichen nach Immobilien persönlich besitzen möchten. Damit liegen Autos in der Gunst noch vor Privatjets, Weinsammlungen, Kunstsammlungen und Superyachten.
Prominente Käufer und neue Projekte
Zu den vermögenden Persönlichkeiten, die auf Luxusautos setzen, gehört Mark Mateschitz, der 33-jährige Sohn des verstorbenen Mitbegründers des Energy-Drink-Herstellers Red Bull. Er erwarb in diesem Jahr die Autosammlung des britischen Milliardärs Bernie Ecclestone. Die französischen Milliardäre Francois und Francois-Henri Pinault sowie der Tech-Unternehmer Xavier Niel unterstützen zudem ein Projekt zur Wiederbelebung der historischen französischen Luxusmarke Delage Automobiles. Hypercars dieses Herstellers kosten mindestens zwei Millionen Euro pro Stück.
Leidenschaft und Investmentgedanke
"Wir verstehen, dass das Sammeln von Automobilen sowohl durch Leidenschaft als auch durch Investitionsgedanken motiviert ist", erklärte Steven Hawkins, Leiter des Spezialkreditgeschäfts der internationalen Privatbank von JP Morgan. (mb/Bloomberg)















