Das Thema nachhaltige Geldanlage ist in der Breite des Investmentgeschäfts angekommen, und kaum ein Investmentbereich wächst derzeit so rasch wie die Sparte "ESG“. Laut dem Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), hinter dem 170 Banken, Fondsgesellschaften und andere Finanzdienstleister aus dem deutschsprachigen Raum stehen, waren 2019 in Österreich schon mehr als 29 Milliarden Euro in nachhaltigen Investmentfonds und Mandaten veranlagt, 39 Prozent mehr als im Jahr davor. Dass dieser Trend kurzfristig endet, ist nicht wahrscheinlich. Laut dem EU-Aktionsplan für ein nachhaltiges Finanzwesen aus dem Jahr 2018 müssen Vermögensberater oder Versicherungsmakler und -agenten, die Versicherungsanlageprodukte verkaufen, im Kundengespräch künftig verpflichtend die Nachhaltigkeitsbedürfnisse ihrer Kunden ermitteln. Der Aktionsplan folgt dem Pariser Klimaabkommen 2016 und der Agenda 2030 der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung und wird uns daher noch lang begleiten. 

Mifid-Eignungstest
Für Finanzberater heißt dies, dass ab 2021 bzw. 2022 die Frage nach der Nachhaltigkeitspräferenz des Kunden zwingend in den Mifid-Eignungstest aufgenommen wird. Allerspätestens dann muss man als Finanzprofi auch über das notwendige Wissen verfügen, was den Vertriebsorganisationen nun eine weitere Ausbildungsverpflichtung beschert. Bisher waren die Ausbildungsmöglichkeiten in diesem Bereich für Berater allerdings eher überschaubar und vor allem von Angeboten aus Deutschland dominiert. Mit dem Angebot der BEC GmbH gibt es nun allerdings seit August 2020 einen weiteren Lehrgang aus Österreich. Hinter der BEC steht mit Otto Lucius, Gründer des Österreichischen Verbandes Financial Planners und nun geschäftsführender Gesellschafter der BEC kein Unbekannt. Lucius bietet über die hauseigene Lernplattform CertFin – "Certification in Finance" einen zweitägigen Lehrgang. 

Zweitägiger Online-Lehrgang
Der Lehrgang wurde inhaltlich und didaktisch so gestaltet, dass er den Vorgaben von EFPA EProf. Otto Luciusurope entspricht und somit eine europaweite Dimension aufweist. Die Studiendauer beträgt zwei Tage, der Lehrgang ist in Deutschland und Österreich als Weiterbildung zugelassen und bringt 12 MiFID II Punkte sowie 12 IDD-Punkte. Wer die Prüfung erfolgreich absolviert, erhält ein Zertifikat und darf die Bezeichnung "Zertifizierter ESG-Berater" bzw. "Certified ESG Advisor" tragen. "Dadurch, dass der Lehrgang nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland bisher sehr gut angenommen wird, ist er auf gutem Weg, zum Marktstandard zu werden"​, ist Lucius überzeugt. Die kosten des Lehrgangs belaufen sich pro Teilnehmer auf 350 Euro plus Umsatzsteuer. Laut Lucius gibt es für größere Gruppen auch Paketpreise.

Die Nachfrage kann sich jedenfalls sehen lassen. So haben laut dem BEC-Geschäftsführer bereits Banken aus Österreich, wie etwa die BKS oder die Schoellerbank etliche Berater den Lehrgang absolvieren lassen. Darüber hinaus haben viele Einzelpersonen den Lehrgang reserviert. Aktuell werden bereits mehr als 300 Personen gezählt, die die Ausbildung absolvieren. Eine besondere Stellung nimmt dabei der Finanzvertrieb Finum Private Finance in Österreich ein. Der Finanzdienstleister hat bereits sämtliche Berater schulen und zertifizieren hat lassen. "Unsere Berater sind beruflich als auch privat Zukunftsvisionäre mit Weitblick. An ihre Aus- und Weiterbildung setzen sie hohe Maßstäbe. Nur so können sie ihrem Qualitätsanspruch gerecht werden. Mit der Ausbildung unserer Berater setzen wir ein weiteres wichtiges Zeichen und nehmen unsere Verantwortung gegenüber zukünftigen Generationen wahr. Denn die Zukunft der Geldanlage ist nachhaltig", führt , Vorstand der Finum Private Finance AG in Wien, aus. (gp)


Einen Überblick zum Thema finden Sie auch in der kommenden Ausgabe von FONDS professionell, die den Abonnenten Ende November zugestellt wird.