Morningstar: Ein gutes Jahr macht noch keinen Top-Fondsmanager
Manchen Fondslenkern mag in einem Jahr eine gute Positionierung gelingen. Doch schon im nächsten Jahr fällt der Großteil wieder zurück, zeigt eine Auswertung von Morningstar. Die Analysten haben einen besseren Indikator für eine gute künftige Entwicklung ausgemacht.
Ein gutes Abschneiden eines Fonds in einem Jahr ist noch kein Signal für eine anhaltend überzeugende Leistung. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Fondsratinggesellschaft Morningstar. Das Gros der Ein-Jahres-Sieger fällt vielmehr zurück. "Fonds, die in einem Jahr an der Spitze ihrer Kategorie rangieren, haben nur eine begrenzte Chance, diese Position im folgenden Jahr zu halten", erläutert Morningstar-Analyst Eugene Gorbatikov.
"Viele fallen wieder ins Mittelfeld zurück, einige sogar auf die hinteren Plätze", so Gorbatikov. Der Analyst stützt sich auf eine Auswertung von in Europa aufgelegten Aktien- und Rentenfonds, die den Zeitraum von 2010 bis 2025 umfasst. Demnach kann von den Fonds, die in einem Jahr unter die besten 20 Prozent ihrer Gruppe vorrücken, im Folgejahr nur ein Viertel ihre Position behaupten. Fast genauso viele fallen in den hinteren Bereich zurück oder verschwinden sogar ganz vom Markt.
Einfach nur mitgeschwommen
Bessere Hinweise auf die künftige Entwicklung liefert hingegen der Blick auf schwache Fonds. Die bleiben dem Analysten zufolge meist auch schwach. Von den Fonds, die unter den letzten 20 Prozent ihrer Kategorie liegen, verharre mehr als ein Drittel auch im Folgejahr unter den Schlusslichtern. Weniger als 20 Prozent gelingt es, durchzustarten und in das beste Fünftel aufzusteigen.
"Ein Grund dafür, dass eine starke Performance schwer wiederholbar ist, liegt darin, dass sie nicht ausschließlich auf das Können des Fondsmanagers zurückzuführen ist", erläutert der Morningstar-Analyst. Gerade bei Aktienfonds sei die Entwicklung eng mit der des Marktes verknüpft. Die Portfoliolenker setzen dabei oft erfolgreich auf die aktuellen Gewinner-Aktien. Doch sobald sich die Marktstimmung dreht, büßen sie ihren Vorsprung ein. Das vorangegangene gute Abschneiden habe also nicht auf einer "durchweg überlegenen Aktienauswahl" beruht.
Billig schneidet besser ab
Als einen aussagekräftigen Indikator für eine künftige Outperformance eines Fonds erachtet der Morningstar-Experte das Gebührenniveau. "Kostengünstigere Fonds haben bessere Chancen, sich im oberen Bereich zu halten, während Fonds mit höheren Kosten eher im unteren Bereich verbleiben", schreibt Gorbatikov in der Studie. Bei den billigen Fonds verbleiben 26 Prozent im obersten Fünftel, gegenüber nur 18 Prozent bei den teuren Portfolios. "Am unteren Ende ist die Kluft sogar noch größer: 41 Prozent der teuren Fonds verbleiben im untersten Quintil oder werden zusammengelegt oder aufgelöst."
Insgesamt würden niedrigere Gebühren zwar keinen Erfolg garantieren, sie verschaffen den Fonds jedoch einen bedeutenden Vorteil. "Höhere Gebühren stellen eine Hürde dar, die Jahr für Jahr überwunden werden muss", erklärt Gorbatikov. Daneben verweist er darauf, dass kleinere Fonds sowie solche mit Mittelabflüssen mit größerer Wahrscheinlichkeit eine anhaltende Schwäche aufweisen. (ert)















