Mit Galerie & Video: Das war das FONDS professionell Investmentforum
Von europäischen Aktien über asiatische Technologiewerte bis hin zu Private Infrastructure: Beim FONDS professionell Investmentforum zeigten fünf Asset Manager, wo sie derzeit Chancen sehen – und mit welchen Strategien sie Portfolios gegen die nächsten Turbulenzen wappnen.
Von 14. bis 18. September tourte die hochkarätige Eventreihe FONDS professionell Investmentforum bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr durch Österreich. An fünf Veranstaltungsorten erläuterten nationale und internationale Top-Fondsmanager, mit welchen Strategien sie Anleger erfolgreich durch ein anspruchsvolles Marktumfeld navigieren. Im Anschluss an jeden Vortrag stellten renommierte Investmentexperten genau jene Fragen, die für Investoren und Anlageberater wirklich von Bedeutung sind.
Vielfalt als Erfolgsfaktor
Marcus Bayer, Senior Product Specialist Multi Asset Europe bei Allianz Global Investors, zeichnete zunächst ein durchaus konstruktives Bild der Aktienmärkte. In den Multi-Asset-Portfolios habe man die Aktienquote deutlich angehoben und sei aktuell übergewichtet. Einen besonderen Schwerpunkt setzt das Team auf Schwellenländer und insbesondere Asien. Gleichzeitig wurde das Engagement in Anleihen reduziert und über Rohstoffe wie Öl und Gold zusätzliche Diversifikation aufgebaut.
"Wir haben die Aktienquote sehr stark angehoben, sind übergewichtet und konnten schön an dieser Entwicklung partizipieren", erklärte Bayer. Als Satelliteninvestments nutzt das Team zudem gezielt Themen und Regionen wie Osteuropa, Korea, künstliche Intelligenz und Halbleiter, Goldproduzenten oder Emerging-Markets-Anleihen. Bei Schwellenländeraktien sieht Allianz GI derzeit besonders attraktive Bewertungen, solide Gewinntrends und weiteres Aufholpotenzial.
Europa ist mehr als ein Heimatmarkt
Patrick König, Head of Investor Relations DACH bei Eleva Capital, rückte europäische Aktien in den Mittelpunkt. Europa sei in vielen globalen Portfolios inzwischen stark unterrepräsentiert – nicht zuletzt aufgrund der hohen US- und Tech-Gewichtung globaler Indizes. Dabei gebe es in Europa zahlreiche Unternehmen und Sektoren, die Anleger über einen klassischen Weltindex kaum abdecken. Viele europäische Konzerne erwirtschafteten zudem einen erheblichen Teil ihrer Umsätze außerhalb ihres Heimatmarktes.
"Europa hat mindestens einmal eine Chance, einen Diversifikationsbaustein verdient", fasste König zusammen. Neben einer klassischen Long-only-Strategie stellte Eleva auch einen Absolute-Return-Ansatz vor, der Long- und Short-Positionen kombiniert und insbesondere für Anleger interessant sein soll, die Aktienmarktpotenzial mit einem niedrigeren Risikoprofil verbinden möchten.
Infrastruktur für Privatanleger öffnen
Wie breit das Thema Infrastruktur tatsächlich ist, zeigten Volker Kuhn und Saverio Reusser von Swiss Life Asset Managers. Ihr Fokus liegt auf nicht börsennotierter Infrastruktur in Bereichen wie Verkehr, Kommunikation, Versorgung, digitaler und sozialer Infrastruktur. Dabei stehen Core- und Core+-Investments mit langfristig planbaren Cashflows im Vordergrund.
"Infrastruktur ist essenziell für unseren Tagesablauf, für unseren Tagesbedarf", betonte Kuhn. Gerade langfristige Verträge von oftmals 20 oder 30 Jahren könnten für gut kalkulierbare Erträge sorgen. Mit dem Privado Infrastructure ELTIF will Swiss Life AM eine Anlageklasse zugänglich machen, die früher vor allem institutionellen Investoren vorbehalten war. Die Strategie strebt eine Nettozielrendite von sechs bis sieben Prozent und eine Ausschüttungsrendite von vier bis fünf Prozent an – Zielgrößen, die ausdrücklich nicht garantiert sind.
Asien als Motor der Technologiewelt
Sascha Hasterok, Investment Specialist bei Wellington Management, richtete den Blick nach Asien. Denn wer Technologieinvestments ausschließlich mit den großen US-Konzernen verbindet, greift seiner Ansicht nach zu kurz. Asien nehme sowohl bei der Entwicklung als auch bei der Produktion und Anwendung neuer Technologien eine zentrale Rolle ein – von Halbleitern über Robotik und Automatisierung bis hin zu den Lieferketten rund um künstliche Intelligenz.
"Das globale Wachstum findet vor allen Dingen auch in Asien statt", sagte Hasterok. Hinzu komme, dass viele globale Technologiestrategien zu 60 oder 70 Prozent US-lastig seien. Asiatische Technologiewerte könnten daher auch einen Diversifikationsbeitrag leisten. Wellington verweist zudem auf niedrigere Bewertungen bei gleichzeitig vergleichbarem oder höherem erwarteten Gewinnwachstum gegenüber US-Technologiewerten.
Verluste vermeiden, Vermögen erhalten
Zum Abschluss rückten Josef Obermann und Oliver Beck von Amundi die Verlustvermeidung in den Mittelpunkt. Der von First Eagle verfolgte Value-Ansatz setzt auf qualitativ hochwertige Unternehmen, eine konsequente Sicherheitsmarge, Diversifikation sowie Gold und Liquidität als zusätzliche Portfoliobausteine. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass Krisen zwar regelmäßig auftreten, ihr Zeitpunkt und ihre konkrete Ausprägung aber kaum vorhersehbar sind.
"Vermögen aufzubauen ist das eine, aber Vermögen zu bewahren, zu erhalten und das über Generationen, das ist das andere", erklärte Obermann. Beck ergänzte, dass First Eagle Unternehmen nicht nach Regionen auswähle, sondern auf Basis ihrer fundamentalen Qualität und Bewertung. Gekauft werde erst mit einer entsprechenden Sicherheitsmarge zum ermittelten inneren Wert. Damit nehme die Strategie in ausgeprägten Euphoriephasen bewusst nicht jeden Prozentpunkt mit – dafür solle sie in Abwärtsphasen Verluste begrenzen. (gp)
















