Trotz Negativzinsen legen viele Deutsche nach wie vor fleißig Geld aufs Sparbuch oder Tagesgeldkonto. Dass es dort nichts abwirft, sondern dass Sparer nach Berücksichtigung der Inflation sogar Verluste erleiden, ist bekannt – aber den meisten wohl egal. Die Deutsche Bank hat nun ausgerechnet, wie hoch diese Verluste tatsächlich ausfallen. Das Ergebnis der Berechnung, über die das "Handelsblatt" berichtet, fällt erschreckend aus: Negativzinsen auf Bargeld und Einlagen kosteten die Deutschen im vergangenen Jahr pro Person real rund 150 Euro. Ein typischer deutscher Haushalt verlor durch die Niedrigzinspolitik – einschließlich Ansprüchen gegenüber Versicherern – in Summe sogar rund 540 Euro.

Die Bundesbürger klagen seit Jahren über die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) – wie die Deutsche-Bank-Berechnung zeigt: zu Recht: Das Institut weist allerdings darauf hin, dass negative Realzinsen durchaus schon häufiger zu beobachten waren. So erlitten deutsche Sparer etwa in den Jahren 1997, 2004 und 2007 wegen vergleichsweise hoher Inflationsraten unterm Strich Verluste.

Vom Sparen hat sie das nicht abgehalten: Laut Deutscher Bank ist die Nettosparquote der deutschen Haushalte von 9,4 Prozent im Jahr 2014 auf 10,5 Prozent im ersten Quartal 2019 geklettert. (fp)