"Wir erleben seit Jahren eine schleichende Enteignung der Sparer", sagt Metzler-Vorstand Emmerich Müller. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im Juli zwar die Zinswende eingeleitet. Ein positiver Realzins, der die Inflation mitberücksichtigt, sei aber nicht absehbar, so Müller im Gespräch mit der Nachrichtenagentur "dpa" wie verschiedene Medien berichten, darunter die "Augsburger Allgemeine". Denn neben den Zinsen steigt auch die Teuerungsrate weiter.

"Wir werden mittel- bis langfristig mit einem etwas höheren Preisniveau leben müssen", so Müller. Die gestiegenen Preise würden nicht so schnell wieder verschwinden, prognostiziert er. "Bei Energie zum Beispiel wird es nach meiner Erwartung nicht mehr auf das Niveau von vor der Krise zurückgehen."

Müller kritisiert das späte Handeln der EZB im Vergleich zur US-Notenbank Fed. "Die EZB war leider zögerlicher als die Fed und ist im Grunde zu spät dran", so Müller. Weil die Inflation über die Angebotsseite und nicht die Nachfrageseite getrieben ist, sei das Bekämpfen mit höheren Zinsen allerdings auch schwierig. "Gegen gestörte Lieferketten helfen höhere Zinsen zum Beispiel nicht", erklärt der Metzler-Vorstand. (fp)