Gebühren und Kosten fressen im Schnitt rund ein Viertel der Wertentwicklung eines Investmentfonds für Privatanleger auf. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der europäischen Wertpapieraufsicht Esma. Die Behörde kam zudem zu dem Ergebnis, dass laufende Gebühren und Kosten 80 Prozent der Gesamtbelastung ausmachen. Ausgabeauf- und Rücknahmeabschläge würden nur einen kleinen Teil der Kosten eines Fondsinvestments ausmachen. Die Esma betrachtete die Jahre 2015 bis 2017.

Die Esma hat in dem erstmals veröffentlichten statistischen Bericht die Kosten und die Performance von Investmentprodukten für Retailanleger in Europa untersucht. Diese Untersuchung soll künftig jährlich erscheinen. Dabei untersuchten die Marktwächter Gebühren und Wertentwicklung von Ucits-Publikumsfonds sowie alternativen Investmentfonds und strukturierten Produkten, die an Privatanleger verkauft werden.

Doppelt so hohe Belastung
Die Behörde führt einen erheblichen Renditeschwund auf die Gebühren und Auslagen der Manager zurück. Privatanleger stemmen demnach doppelt so hohe Belastungen wie institutionelle Geldgeber. Die Höhe der Kostenbelastung schwankt aber stark – je nach Anlageklasse, in der sich der Portfoliomanager bewegt. So würden unter dem Strich im Aktienbereich passive Produkte wie börsengehandelte Indexfonds besser abschneiden als aktiv gesteuerte Fonds. Zudem unterscheide sich die Kostenbelastung von Staat zu Staat.

"Unser Bericht zeigt, dass die Fondskosten erheblich sind, die Rendite erheblich beeinflussen können und stark variieren", sagte der Esma-Vorsitzende Steven Maijoor. Die Behörde fordert seit längerem mehr Transparenz bei Gebühren und Entgelten. "Die Kosten, ihr Niveau und ihre Struktur sind für den Anlegerschutz relevant. Wir werden dies weiter beobachten und prüfen, was die Ergebnisse für unsere Überwachungsarbeit bedeuten."

Vor Fehlern nicht gefeit
Schließlich kritisieren die Aufseher eine mangelnde Transparenz bei Gebühren und Performanceangaben – vor allem bei alternativen Fonds und strukturierten Produkten. Die Esma hatte Ende 2017 bereits mit einer ähnlichen Untersuchung für Aufsehen gesorgt. Damals hatte sich allerdings ein Druckfehler in die Analyse eingeschlichen, sodass aktive Fondsmanager bei der Performance schlechter abschnitten, als sie eigentlich waren. Die Behörde korrigierte die Studie nachträglich. (ert)