Wer Kryptowährungen über eine Broker-App kauft und später wieder verkauft, zahlt je nach Anbieter sehr unterschiedliche Preise. In einem Feldexperiment der Frankfurt School of Finance & Management lagen die durchschnittlichen marktbereinigten Kosten für Kauf und Verkauf zusammen zwischen 123 und 458 Basispunkten – also 1,23 und 4,58 Prozent.

Untersucht wurden Bison, Bitpanda, Flatex, N26, Smartbroker und Trade Republic. Die niedrigsten durchschnittlichen Round-Trip-Kosten ermittelte Studienautor Olaf Stotz bei Flatex. Am oberen Ende des Vergleichs lagen Bitpanda und N26. Die Untersuchung wurde von Flatexdegiro in Auftrag gegeben.

Mehr als 2.000 Transaktionen
Für das Feldexperiment wurden zwischen Februar 2025 und Februar 2026 insgesamt 2.088 Kauf-Verkauf-Kombinationen mit Bitcoin, Ethereum und Dogecoin ausgeführt. Die Ordergrößen beliefen sich auf 500, 2.000 und 10.000 Euro. Anbieter, Handelstag, Uhrzeit und Transaktionsgröße wurden nach Angaben der Frankfurt School zufällig bestimmt.

Um allgemeine Marktbewegungen herauszurechnen, verglich Stotz die Ausführungspreise der Broker mit den zeitgleichen Geld- und Briefkursen der Kryptobörse Tradias. Einzelne Transaktionen verursachten demnach marktbereinigte Round-Trip-Kosten von mehr als 500 Basispunkten.

Beworbene Gebühr greift zu kurz
Die ausgewiesenen Gebühren allein erlaubten laut Studie keinen verlässlichen Rückschluss auf die tatsächlichen Kosten. Vor allem bei weniger transparenten Preismodellen stellte Stotz vergleichsweise hohe Gesamtkosten fest.

"Für Privatanleger ist daher insbesondere der Vergleich der effektiven Ausführungspreise relevant", erklärt der Wissenschaftler. Mehr Transparenz und eine konsequente Umsetzung der bestmöglichen Ausführung würden Anlegern den Vergleich der Angebote erleichtern.

Auch die Ordergröße spielte nicht bei allen Anbietern die gleiche Rolle. Bei Trade Republic stiegen die prozentualen Kosten in der Untersuchung mit dem Anlagebetrag deutlich. Bei einem Round Trip mit Bitcoin über 10.000 Euro beliefen sich die bereinigten Kosten dort auf 453 Basispunkte beziehungsweise 453 Euro. Bei Flatex waren es 115 Basispunkte oder 115 Euro.

MiCA-Registrierung senkt Kosten nicht automatisch
Keinen systematischen Einfluss stellte die Untersuchung durch die Registrierung der Anbieter nach der europäischen Kryptoregulierung MiCA fest. Die Handelskosten sanken nach einer Registrierung nicht durchgängig. Nach Einschätzung des Autors sollten daher vor allem Kostentransparenz und die bestmögliche Ausführung stärker in den regulatorischen Fokus rücken.

Wie groß die Kostenunterschiede zwischen den einzelnen Brokern ausfallen, welchen Einfluss die Ordergröße hat und was die MiCA-Registrierung bewirkt, erfahren Sie in der Chartstrecke. (mb)