Männer sparen, Frauen auch – aber anders. Allerdings zeigt sich im Sparverhalten gar kein so großer Unterschied zwischen den Geschlechtern. Bei der Geldanlage hingegen schon. Hier haben Frauen durchaus Nachholbedarf, wie das aktuelle Income-Barometer von J.P. Morgan Asset Management zeigt. Für die Studie wurden 2018 rund 8.200 Frauen und Männer ab 18 Jahren aus sechs europäischen Ländern zu ihrem Spar- und Anlageverhalten befragt. Mit 50,9 Prozent weiblichen und 49,1 Prozent männlichen Studienteilnehmern ermöglichen die Ergebnisse einen Blick auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede rund um das Thema Geldanlage.  

Fast genauso viele Frauen wie Männer sparen. Und beide Geschlechter legen ihr Geld vorrangig für "schlechte Zeiten" zurück. Aber: Während mit 18,4 Prozent nur rund jede fünfte befragte Frau am Kapitalmarkt investiert, ist es bei den Männern mit 30,1 Prozent immerhin fast jeder dritte Befragte. Auch gaben 21,6 Prozent der befragen Frauen an, dass Sparanlagen ihre erste Wahl sind, unabhängig davon, ob die Zinsen steigen oder fallen. Unter den männlichen Befragten waren es nur 18,1 Prozent. Frauen suchen zudem deutlich weniger aktiv nach einer Alternative zu Sparanlagen am Kapitalmarkt (elf Prozent im Vergleich zu 18,6 Prozent der Männer). Und: Nur 4,9 Prozent der Frauen haben ihr Anlageverhalten als Reaktion auf die anhaltend niedrigen Zinsen geändert. Bei den männlichen Befragten sind es immerhin 9,2 Prozent.

Sehr sicherheitsorientiert
Ein möglicher Grund für die Tatenlosigkeit der Frauen scheint zu sein, dass sie bei der Geldanlage weniger risikobereit sind: Mit 44,9 Prozent schätzt sich fast die Hälfte der weiblichen Befragten als "sehr sicherheitsorientiert" ein. Bei den Männern sind es 35,4 Prozent. Anlegerinnen sind zudem deutlich häufiger bereit, auf Ertrag zu verzichten, wenn ihre Ersparnisse möglichst geringen Schwankungen ausgesetzt sind. 

Dass Frauen beim Thema Geldanlage nicht aktiver werden, könnte auch an fehlendem Finanzwissen liegen: Jede vierte Frau gibt an, nicht zu investieren, weil sie das Thema nicht versteht. Demgegenüber schätzt nur jeder fünfte Mann seine Investmentkenntnisse als zu gering ein, um Geld anzulegen. Tatsächlich wissen mit 65,1 Prozent zwei Drittel der Frauen nicht, dass Dividenden und Zinszahlungen der Kapitalmarktinvestments unabhängig von Marktschwankungen erfolgen. Bei den Männern ist es mit 48,8 Prozent immerhin jeder zweite Befragte. Für weitere Ergebnisse – klicken Sie sich durch unsere Grafikstrecke oben. (am)