620 Millionen Mal haben Österreicherinnen und Österreicher im ersten Halbjahr 2022 mit der Bankomatkarte (fachlich korrekt: Debitkarte) bezahlt. Die Transaktionen sind damit zum Vorjahr um 20 Prozent auf ein Rekordhoch geklettert, wie der Systemprovider Payment Services Austria (PSA) mitteilt, der Banken mit Karten- und Automatenservices bedient. Das Zahlungsvolumen lag bei 28 Milliarden Euro (plus 22 Prozent).

Ein Grund für den großen Anstieg ist nicht nur die allgemein fortschreitende Digitalisierung, sondern auch die Umrüstung der Banken auf eine neue Kartengeneration. Ab 2019 haben die ersten Kreditinstitute in Österreich begonnen, Debitkarten nach dem Mastercard-System auszuliefern, bei dem man wie mit einer Kreditkarte auch online bezahlen kann. Davor liefen die Bankomatkarten auf dem Maestro-System, das nur Abhebungen am Automaten und Bezahlen im Geschäft oder Restaurant ermöglichte. Es habe sich gezeigt, dass die Banken mit dem Umstieg auf online nutzbare Debitkarten richtig lagen, so Harald Flatscher, Geschäftsführer der PSA in einer Aussendung.

Verdoppelung beim E-Commerce
Die schrittweise Umstellung auf die online verwendbaren Debitkarten führte im Halbjahr annähernd zu einer Verdoppelung der E-Commerce-Transaktionen auf über 35 Millionen (plus 98 Prozent zum ersten Halbjahr 2021). Das damit getätigte Transaktionsvolumen stieg auf knapp 1,4 Milliarden Euro, was einem Plus von 104 Prozent gleichkommt.

Am häufigsten, nämlich 569 Millionen Mal, werden Debitkarten direkt beim Händler eingesetzt. 51 Millionen Mal (plus 21 Prozent) wurde mit österreichischen Karten Geld am Bankomaten im In- und Ausland behoben.

Karte am Smartphone
Dabei kramen viele User gar nicht mehr nach der Karte selbst. Vielmehr ist diese immer häufiger am Handy gespeichert. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres seien über 1,6 Millionen mobile Karten auf Smartphones und anderen Endgeräten (etwa Handy-Uhr) genutzt worden. Rund jeder vierte Österreicher habe seine Karte auf dem Smartphone digitalisiert und nutze das Gerät auch zum Bezahlen, so Flatscher. (eml)