Viele Steuerpflichtige, die ihre jährliche Arbeitnehmerveranlagung machen, werden derzeit unangenehm überrascht. Die Funktion "Vorberechnung" auf dem Portal "Finanzonline" funktioniert nicht und liefert falsche Ergebnisse. Grund ist ein Programmierfehler, wie die Arbeiterkammer (AK) Tirol mitteilt.

Insbesondere werden laut AK der im Jahr 2019 neu eingeführte Familienbonus Plus sowie der Alleinverdiener(erzieher)absetzbetrag entweder gar nicht oder in falscher Höhe ausgewiesen. Steuerpflichtige, die eine Gutschrift erwarten, werden mitunter plötzlich mit einer angeblichen Nachzahlung konfrontiert.

"Arbeiten an einer technischen Lösung"
Das Finanzministerium (BMF) reagierte auf die Kritik mit einem Tag Verzögerung und mit eher indirekten Umschreibungen, die in einer Aussendung über die Vorteile des neugestalteten Finanzonline-Auftritts versteckt waren: Darin wird auf Schwierigkeiten bei der Berechnung des Familienbonus Plus hingewiesen. Durch die verschiedenen Möglichkeiten für leibliche Eltern, Unterhaltszahler und Ehepartner von Familienbeihilfenbeziehern sei "die Vorhersage des Steuerguthabens in der Vorberechnung sehr komplex, da viele Daten elektronisch überprüft und verknüpft werden müssen", heißt es. Das BMF arbeite an einer technischen Lösung.

Die Vorberechnung zur Arbeitnehmerveranlagung sei ab Ende Februar möglich. Grundsätzlich haben die Arbeitgeber bis Ende Februar Zeit, die Lohnzettel des vorangegangenen Jahres zu übermitteln. Wie jedes Jahr können damit die Steuererklärungen ohnehin erst danach tatsächlich verarbeitet werden. "Die Vorberechnung dient lediglich der Information", heißt es beim BMF.

Veranlagung weiter durchführbar
Die Veranlagung könne wie gehabt auf dem Portal Finanzonline durchgeführt werden. Ungeachtet der Angaben in der Vorberechnung würden auf jeden Fall alle Daten vor der Erlassung des Bescheids richtiggestellt.

Finanzonline steht seit Anfang des Jahres in einer neuen Ausführung bereit, die mehrere interaktive Orientierungsfunktionen für die Steuerzahler bietet. Ein Steuerassistent leitet als Ausfüllhilfe künftig durch jene Bereiche des Steuerausgleichs, die für den individuellen Anwender tatsächlich relevant sind, wie es heißt. Dazu müssen zu Beginn einige Fragen beantwortet werden.

Unter anderem sind alle Steuererklärungen gleich auf der Startseite auf einen Blick verfügbar. Die davor unübersichtliche Menüleiste wurde verbessert. Die Databox heißt zum Beispiel schlicht "Nachrichten". Für die Familienbeihilfe gibt es einen eigenen Menüpunkt. Der Chatbot "Fred" wurde um das Thema Arbeitnehmerveranlagung erweitert und beantwortet spezifische Fragen. (eml)