Der Fachverband der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten ist im Jahr 2021 leicht um 18 aktive Mitglieder auf eine Gesamtzahl von 4.024 gewachsen. Damit wird die seit Jahren gemäßigte, aber aufwärtsgerichtete Dynamik fortgeschrieben: In der vergangenen Dekade fand ein kleiner Zuwachs von rund 4,2 Prozent statt. Das zeigen die statistischen Unterlagen, die auf der Homepage des Fachverbands veröffentlicht wurden. Zusätzlich zu diesen aktiven zählt die Statistik die ruhenden Mitglieder, die ihr Gewerbe nicht ausüben. Ihre Zahl ist mit 1.424 Mitgliedern hoch, aber seit Jahren rückläufig.

Einen leichten Rückgang verzeichnete der Versicherungsmaklerfachverband im Jahr 2021 bei den Neugründungen. Es wurden 92 Neuzugänge mit Schwerpunkt Versicherungsmaklergeschäft registriert, was etwas weniger ist, als in den starken zwei vorangegangenen Jahren (2019: 138 und 2020: 98, siehe Grafik oben). Es muss erwähnt werden, dass es sich bei diesen Neugründungszahlen um einen Näherungswert handelt, der um Mehrfachmitgliedschaften in anderen Sparten oder Fachgruppen bereinigt ist. Eine wirklich eindeutige Zuordnung ist hier schwierig, weil keine konkreten Angaben über den tatsächliche Tätigkeits-Schwerpunkt vorliegen, wie es heißt.

Zunahme bei der Neugründungsquote
Insgesamt gerechnet (ohne diese Schwerpunktzuordnung) gab es deutlich mehr Neugründungen, nämlich 212. Auf die 4.024 aktiven Fachgruppenmitglieder umgelegt, ergibt das eine Gründungsquote von 5,3 Prozent. Das ist eine sehr deutliche Zunahme im Vergleich zu vor zehn Jahren, wo nur 2,6 Prozent der aktiven Mitglieder "Neulinge" waren.

Keine aktuellen Zahlen gibt es vorerst zur wirtschaftlichen Situation. Hier sind in den Unterlagen lediglich die Werte aus dem Jahr 2019 zu sehen. Damals kamen die Mitglieder im Fachverband auf Umsatzerlöse von gut einer Milliarde Euro. Fast der gesamte Markt der Versicherungsmakler besteht aus Klein- oder Kleinstunternehmen: knapp 97 Prozent verfügen über eine Unternehmensgröße von bis zu neun Mitarbeitern. Nur 87 Unternehmen (2,7 Prozent) haben 10 bis 49 Beschäftigte.

Versicherungsagenten mit deutlichen Mitgliedersteigerungen
Sehr deutlich war im Jahr 2021 erneut der Zuwachs bei den Versicherungsagenten. Der Fachverband der Versicherungsagenten meldet 9.952 aktive Mitglieder, das sind 309 Agenturen oder um 3,2 Prozent mehr als im Jahr davor.

Aufgrund der Arbeitsmarktverwerfungen im Zuge der Pandemie haben viele Beschäftigte "umgesattelt" oder sich ein zweites Standbein geschaffen, indem sie die Prüfung zum Versicherungsagenten abgelegt haben – das Berufsbild gilt als etwas weniger aufwändig als bei den Maklerkollegen. Agenten sind (selbständig) im Auftrag einer oder mehrerer Versicherungen tätig, während die (ebenfalls selbständigen) Makler im Auftrag der Kunden agieren und für diese die besten Angebote aus dem Markt suchen müssen. 2020, im Jahr des Pandemieausbruchs, verzeichnete der Fachverband der Versicherungsagenten sogar einen Zuwachs um 6,3 Prozent bei den aktiven Mitgliedern. Außerdem suchen die Großvertriebe im Land aktiv nach rasch verfügbaren Vertriebspersonen. Auch dies dürfte ein Grund für das weiter robuste Wachstum auf bereits hoher Basis bei den Versicherungsmaklern sein. (eml)