Die FIL Fondsbank (FFB) zieht sich aus Österreich zurück. Das hat FONDS professionell ONLINE aus Finanzkreisen erfahren. Die Fidelity-Tochter startete ihre Aktivitäten hierzulande im Jahr 2013. Damals wollte man den heimischen Fidelity-Kunden über die FFB die Möglichkeit bieten, deren Luxemburger Depots nach Österreich zu übertragen. Der Vorteil für die insgesamt 12.000 betroffenen Kunden lag auf der Hand: Mit einem österreichischen Depot war es deutlich einfacher, ihrer Steuerpflicht nachkommen.

Schließlich schaffte es die FFB, die Luxemburger Depots mit einem Volumen von 200 Millionen Euro nach Österreich zu holen. Nach fünf Jahren stieg die Zahl der Kunden auf 14.000, und das administrierte Volumen erreichte einen Wert von 315,3 Millionen Euro. Nun will sich das Unternehmen offensichtlich auf den Kernmarkt Deutschland konzentrieren. Dort betreut die Depotbank über 21 Milliarden Euro für rund 600.000 Kunden.

Kooperation mit "Die Plattform"
"Wir überprüfen regelmäßig, wo und in welchem Umfang Ressourcen eingesetzt werden", erläutert die FFB auf Nachfrage der Redaktion. "Wir haben uns entschlossen, uns im Plattformgeschäft künftig auf unseren Heimatmarkt in Deutschland zu fokussieren und uns zum Ende des dritten Quartals 2021 als Plattformanbieter aus dem österreichischen Markt zurückzuziehen."

Den Kunden möchte man nun einen möglichst unkomplizierten Übertrag auf "Die Plattform", die Depotbank der Capital Bank - GRAWE Gruppe ermöglichen. Die Kunden müssen diesem Übertrag allerdings individuell zustimmen. "Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, arbeiten wir bereits jetzt eng mit der Capital Bank – GRAWE Gruppe zusammen. Wir werden sicherstellen, dass wir unsere Kunden und Vertriebspartner bei dieser Übertragung auf Einzelbasis bestmöglich unterstützen", so das Unternehmen.

Asset-Management-Geschäft soll weiter wachsen
Keinerlei Auswirkungen soll der Rückzug auf das Geschäft von Fidelity International in Österreich haben. So erklärt die FFB weiter: "Davon unberührt wird Fidelity International den Asset-Management-Bereich in Österreich weiter ausbauen, der insbesondere in den vergangenen Jahren einen deutlichen Wachstumspfad aufgezeigt hat und auch künftig eine tragende Säule darstellen wird." (gp)