Viele Investoren orientieren sich bei der Fondsauswahl an der Wertentwicklung früherer Jahre. "Aber Fonds mit einer guten vergangenen Performance gehören anschließend selten zu den Gewinnern", schreibt die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ). "Das Verhalten der Investoren deutet deshalb darauf hin, dass sie nur eingeschränkt rational sind und ihre Investments nicht sehr kompetent auswählen."

Eine Studie aus dem vergangenen Jahr bestätigt, dass der Fondsmarkt von Naivlingen nur so wimmelt. So fand der Finanzwissenschaftler Itzhak Ben-David von der Ohio State University in seiner Studie mit dem Titel "What Do Mutual Fund Investors Really Care About?" laut NZZ keinen Hinweis darauf, dass US-Anleger die Exposition gegenüber Risiken bei der Fondsauswahl korrekt berücksichtigen. Um aus der vergangenen Wertentwicklung Schlüsse ziehen zu können, müssten sie aber wissen, welcher Teil der Überrendite den Fähigkeiten des Fondsmanagers zu verdanken ist und welcher sich aus dem Exposure gegenüber systematischen Risikofaktoren ergibt.

Viele Sterne? Kauf' ich!
Investoren greifen meist einfach zu jenen Fonds mit dem besten Morningstar-Rating, zeigt die Studie – ohne überhaupt die Methodik hinter den Ratings zu hinterfragen oder ansatzweise zu verstehen. Anleger investieren also nach einfachen, naiven Regeln, so das Fazit der NZZ. "Sie können nicht unterscheiden, ob ein Fondsmanager gute Renditen generiert, weil er überlegene Fähigkeiten hat oder weil er ein höheres Risiko in Kauf nimmt, etwa indem er auf illiquide Werte setzt." Damit sind jene Wissenschaftler in ihre Schranken gewiesen, die von einem perfekt funktionierenden Markt mit hyperkompetenten, hyperrationalen Akteuren ausgehen. Das Gegenteil ist offenbar der Fall: Am Finanzmarkt regiert die Inkompetenz. (fp)