Ende 2019 wurden in österreichischen Fonds etwa 195 Milliarden Euro verwaltet. Das ist ein Plus von 21,2 Milliarden Euro oder 12,2 Prozent zum Jahr davor, wie aus dem neuen Asset Management-Bericht der Finanzmarktaufsicht (FMA) hervorgeht.

Ausschlaggebend für den Zuwachs waren hauptsächlich Kurswertgewinne – nur 4,3 Milliarden Euro stammen aus Nettomittelzuflüssen. Offenbar ist das Vertrauen nach den Börsenturbulenzen im Jahr 2018 noch angekratzt. Damals mussten die heimischen Fondsgesellschaften laut FMA einen Rückgang beim verwalteten Vermögen von 6,2 Prozent hinnehmen – vor allem bedingt durch Kurswertverluste, aber auch durch Nettoabflüsse in Höhe von über 800 Millionen Euro.

Immer mehr AIFs, immer weniger OGAWs
Abseits davon setzten sich 2019 die jahrelangen Trends fort: Die Zahl der inländischen Organismen zur gemeinsamen Veranlagung in Wertpapiere (OGAW) nahm weiter ab – auf 908 statt 979 ein Jahr davor. Die österreichischen Alternativen Investmentfonds (AIF) legten hingegen erneut zu und zwar auf 1.111 von davor 1.099. Das AIF-Vermögen stieg auf 108,6 Milliarden Euro (plus 10,7 Prozent), jenes der OGAWs auf 86,3 Milliarden Euro (plus 14,2 Prozent).

Bei der Veranlagungsstrategie hatten Aktienfonds hatten mit einem Zuwachs von 27,3 Prozent auf 33 Milliarden Euro die Nase vorn. Die größte Gruppe – nämlich die Mischfonds – zeigten sich mit plus 15,9 Prozent auf 83,6 Milliarden Euro ebenfalls stark. Ebenso manifestiert sich das zuletzt wieder in den Vordergrund gerückte Vertrauen in Immobilienfonds mit einem Plus von 10,2 Prozent auf 9,4 Milliarden Euro. Rentenfonds rangierten mit einem Plus von 3,4 Prozent auf 62 Milliarden Euro am unteren Ende der Zuwachsskala.

Abflüsse aus Rentenfonds: Rund eine Milliarde Euro
Insgesamt wurden aus den Rentenfonds netto eine Milliarde Euro abgezogen, während es in den anderen Kategorien teils sehr hohe Zuflüsse gab, etwa in den Mischfonds mit rund 3,7 Milliarden Euro.

Besonders stark war einmal mehr der Trend zu Nachhaltigkeitsfonds gemäß österreichischem Umweltzeichen 49 (UZ49) zu sehen. Hier verbuchen die Anbieter eine Steigerung um 82,3 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro.

Angebot ausländischer Fonds wächst – inländisches schrumpft
Deutlich festigte sich auch der Konkurrenzdruck aus dem Ausland. Während die Zahl österreichischer Fonds von 2.078 auf 2.019 zurückging, wuchs das Angebot von außen: Es legte um 392 (plus 4,6 Prozent) auf 8.858 zu.

Fonds aus Luxemburg und Irland machen dabei zusammen rund 80 Prozent der ausländischen OGAW und 62 Prozent der ausländischen AIF aus. Wegen des Brexit haben Fonds aus Großbritannien vermehrt ihren Sitz in andere Mitgliedsstaaten verlegt, so dass allein im Jahr 2019 die Anzahl der in Österreich zum Vertrieb notifizierten Fonds aus Großbritannien um 73 OGAW sowie um 112 AIF gesunken ist. (eml)