Geschlossene Schulen und Kindergärten, Home-Schooling und Arbeiten vom heimischen Schreibtisch aus, damit im Unternehmen alles gut weiterläuft: Die Coronakrise hat Familien vor enorme Herausforderungen gestellt, und oft genug waren es in erster Linie die Frauen, die sie zu bewältigen hatten. In der Finanzbranche hat das gut funktioniert, weiß Anne Connelly, Initiatorin des Karrierenetzwerks "Fondsfrauen".

"In dieser Krise, haben Unternehmen wie Arbeitnehmerinnen in unserer Branche große Flexibilität bewiesen, um eine weitestgehend reibungslose Fortsetzung des Geschäftsalltags zu bewältigen", sagt Connelly. Dies zeige, dass eine neue Form der Zusammenarbeit gelingen kann. "Leider zeigt sich aktuell aber auch, dass viele Frauen immer noch mehr 'Home' als 'Office' zu meistern haben", so Connelly. Das macht es schwierig, Beruf und Karriereplanung in Einklang zu bringen – und das gilt es zu ändern.

Award mit Signalwirkung
Um hier voranzukommen, lobt das Netzwerk um die Gründerinnen Anne Connelly, Manuela Fröhlich und Anke Dembowski 2020 zum zweiten Mal die "Fondsfrauen Awards" aus. FONDS professionell ist wie schon bei der Premiere im vergangenen Jahr als Medienpartner dabei. Mit der Verleihung der einzelnen Awards zeichnet das Karrierenetzwerk Frauen aus, die in der noch immer männerdominierten Finanzbranche viel erreicht haben. Abgesehen davon, dass mit den Preisen die berufliche Leistung der Gekürten gewürdigt wird, haben die Awards auch eine Signalfunktion. "Sie ermutigen junge Frauen in der Finanzindustrie, es den Preisträgerinnen gleichzutun", erläutert Alexandra Niesen-Ruenzi, Professorin an der Universität Mannheim und Jury-Mitglied.

Vergeben wird der Fondsfrauen Award in den drei Kategorien "Company of the Year", "Role Model of the Year" und "Woman of the Year". "Wir haben uns bewusst für diese Kategorien entschieden, weil wir glauben, dass es die wichtigsten sind, um Vorbilder in der Finanzbranche hervorzuheben", erklärte Manuela Fröhlich beim diesjährigen digitalen Jury-Kick-Off. Mit dem Award "Company of the Year" honorieren die Fondsfrauen Unternehmen, die mit einer modernen Firmenkultur punkten können. "Dazu gehört eine moderne Arbeitsatmosphäre, die familienfreundliche Arbeitsmodelle bietet und Frauen selbstverständlich integriert und fördert", sagt Anne Connelly.

Ausgezeichnete Vorbildfunktion
Mit dem Award "Role Model of the Year Award" möchte das Netzwerk Männer wie Frauen auszeichnen, die mit ihrem Verhalten ein Vorbild für andere sind. In der dritten Kategorie wird der Award "Woman of the Year" verliehen. "Selbstverständlich möchten wir hier Frauen würdigen, die sich in dieser Krise und darüber hinaus durch ihre beruflichen Leistungen auszeichnen", erklärt Connelly. "Das braucht es mehr denn je, denn es gibt viele dieser Frauen. Wir zeigen sie!"

Eine dieser Frauen ist Mechthild Upgang, Vorstand der Dr. Upgang Vermögensverwaltung. Sie ist die Preisträgerin in der Kategorie "Woman of the Year" 2019 und damit die erste Gewinnerin dieses Awards. "Wie schön, dass es endlich den Fondsfrauen Award gibt. Nun erhalten erfolgreiche Frauen in der Investmentbranche ein Gesicht und zeigen einer breiten Öffentlichkeit: 'Yes we can!'", sagt sie.

Nur keine falsche Bescheidenheit!
"Yes we can!", das sollten sich Frauen – und Männer – aus der Finanzbranche auch jetzt sagen. Bis einschließlich 15. Juli 2020 kann jeder unter fondsfrauen-award.com seine Favoriten nominieren. Und: Es ist auch möglich, für sich selbst zu voten. "Wir wissen aus der Forschung, dass Frauen schüchterner sind als Männer, wenn es darum geht, die eigene Leistung zu bewerten", sagt Niessen-Ruenzi. Doch diese Art der Zurückhaltung ist jetzt fehl am Platz. "Also, nicht schüchtern sein und ruhig auch die eigene Leistung nominieren", sagt Connelley. "Ladies and Gentlemen, go for it!" (am)