Die hochriskanten und oft auf zweifelhaften Onlineportalen angebotenen binären Optionen so wie Differenzkontrakte (CFD) bleiben für Endanleger weiter beschränkt zugänglich. Das hat die ESMA beschlossen. Das bestehende Verbot der Vermarktung und des Verkaufs von binären Optionen an Kleinanleger wurde bis 1. Januar 2019 verlängert. Die Einschränkungen für Vertrieb, Vermarktung und Verkauf von CFDs an Kleinanleger wurden bis 31. Januar 2019 verlängert. Das teilt die österreichische Finanzmarktaufsicht FMA in einer Aussendung mit.

Für CFD gibt es etwa Hebelbegrenzungen, eine zu hinterlegende Sicherheitsleistung in Verbindung mit einem Glattstellungsschutz, ein Negativsaldoschutz und das Verbot von Anreizprogrammen. Zusätzlich müssen Werbe- und Verkaufsmaterialien zu CFD verständliche und deutliche Risikowarnungen enthalten. Diese Vertriebseinschränkungen gelten für den gesamten Europäischen Wirtschaftsraum.

Aufruf zur Meldung
Da diese Instrumente oft aus dem Ausland und über das Internet angeboten werden, ist es für die Behörden schwierig, den Markt zu überblicken beziehungsweise die Gefährdungspotenziale auf die heimischen Anleger abzuschätzen. Die FMA ersucht nun Anleger, ihr zu melden, wenn verbotene binäre Optionen angeboten werden beziehungsweise, wenn bei CFDs die Einschränkungen nicht eingehalten werden.

Der Vertrieb dieser Produkte nehme stetig zu, sie würden oft durch aggressive Praktiken beworben und ohne Anlageberatung auch an Privatanleger verkauft, so die Behörde. Häufig würden Verbraucher unaufgefordert kontaktiert, oft auch telefonisch. Dieses "Cold Calling" ist in Österreich gesetzlich verboten. Solche Gespräche sollten unverzüglich beendet werden.

Hochriskante Termingeschäfte
Binäre (digitale) Optionen sind hochriskante Termingeschäfte, die wie ein Wettgeschäft funktionieren. In der Regel spekuliert der Anleger darauf, dass der Kurswert bis zu einem festgelegten Zeitpunkt unter oder über einem Schwellenwert liegt. Tritt der vom Anleger prognostizierte Fall ein, so gewinnt er und erhält einen Betrag, der typischerweise immer weniger als das Doppelte des eingesetzten Kapitals ausmacht. Liegt der Anleger aber daneben, verliert er sein ganzes eingesetztes Geld.

Bei einem CFD wettet der Anleger auf die Kursentwicklung von Basiswerten wie beispielsweise eine Aktie, ein Rohstoff, eine Währung oder auch ein Index. Dafür muss der Käufer nur einen geringen Teil des Basiswertes als Sicherheitsleistung beim Anbieter hinterlegen. Entwickelt sich der Kurs positiv, erhält der Anleger den Differenzbetrag. Bei einer negativen Entwicklung muss der Anleger die Differenz ausgleichen. Durch den niedrigen Einsatz entsteht eine hohe Hebelwirkung. Bei positivem Verlauf bringt sie große Gewinne, erzielt im negativen Fall aber große Verluste. Die vom Anleger auszugleichende Differenz kann das Vielfache des eingesetzten Kapitals betragen und zu hohen Nachzahlungsforderungen führen. (eml)


Service: Hinweise können eingebracht werden über die FMA-Website www.fma.gv.at, entweder anonym über das "Whistleblower-System": https://www.bkms-system.net/bkwebanon/report/clientInfo?cin=11FMA61&language=ger oder über das Kontaktformular für Verbraucheranfragen: https://webhost.fma.gv.at/RequestsAndComplaints/Request. Außerdem besteht die Möglichkeit sich per Brief (FMA, Otto Wagner Platz 5, 1090 Wien) oder telefonisch unter: (01)-2459-3444 an die FMA zu wenden.