Mit der Ausbreitung des Coronavirus strichen viele Unternehmen die Ausschüttung. Der von Ludwig Palm gelenkte Fonds Flossbach von Storch Dividend setzte hingegen zum Höhenflug an. "Das liegt daran, dass die Dividende – oder besser die Dividendenrendite – nicht das wichtigste Auswahlkriterium für uns ist", sagt Portfoliomanager Palm im Interview mit FONDS professionell. "Denn was nützt es Anlegern langfristig, wenn ein Unternehmen hohe Dividenden ausschüttet, die es sich eigentlich gar nicht leisten kann, und sie dann bei der nächsten Krise stark kürzt oder sogar ganz streicht?"

Er schaue daher zuerst auf die Qualität der Unternehmen. "Die Dividende folgt stets der ökonomischen Entwicklung eines Unternehmens – und nicht umgekehrt", erläutert Palm. "Anders ausgedrückt: Ein Unternehmen muss sich die Dividende auch leisten können – dauerhaft leisten und idealerweise im Zeitverlauf anheben können." Wer nur auf hohe Dividendenrenditen schaue oder mit Mindestausschüttungen kalkuliere, lande häufig in eher schwierigen Sektoren.

Zu wenig Wert generiert
Dazu zählt der Flossbach-Mann Branchen wie Banken, Versorger, Telekommunikation oder Grundstoffe. "Dort finden Sie zwar hohe Ausschüttungen", führt Palm aus. "Viele der Unternehmen erwirtschaften aber eine relativ niedrige Rendite auf das eingesetzte Kapital – sie generieren über einen Zyklus hinweg schlicht zu wenig Wert." Demgegenüber müssten Investoren bei soliden Unternehmen mit höheren Einstiegskursen rechnen. "In einer Welt ohne Zinsen sind die Bewertungen höher", sagt Palm und folgert: "Qualität kostet."


Wo Palm bei seiner Suche nach guten Unternehmen fündig wird und wo er sich auch schon mal vertan hat, lesen Sie im Interview in Heft 1/2021, das in diesen Tagen zugestellt wird. Angemeldete Nutzer finden den Artikel auch hier im E-Magazin.


Als wichtige Merkmale hochwertiger Unternehmen nennt Palm eine hohe Rendite auf das eingesetzte Kapital und ob diese durch einen Schutzwall bewahrt werde. Dies könne eine starke Marke wie im Konsumgüterbereich bei L’Oréal und Nike sein, oder ein Netzwerkeffekt wie bei der chinesischen Social-Media-Plattform Wechat von Tencent. "Wir suchen Unternehmen, die ihr Schicksal weitgehend selbst bestimmen können", sagt der Dividenden-Manager.

Korken im Ozean
"Vorsichtig sind wir dagegen bei Firmen, deren Rendite stark von externen Preiseinflüssen abhängt – etwa den Preisen für Rohstoffe", erläutert Palm. "Das ist wie mit einem Korken, der im Ozean schwimmt. Er steigt und sinkt mit den Wellen. Aber es ist schwierig zu beurteilen, wie hoch er steigt oder wie tief er sinkt." Wichtig sei auch, eine Vorstellung davon zu haben, was bei einem Unternehmen alles schiefgehen könne. (ert)