Der Mitgründer und Co-Chef des Kölner Vermögensverwalters Flossbach von Storch, Bert Flossbach, begründet das schwache Abschneiden des Flaggschiffs FvS Multiple Opportunities im vergangenen Jahr mit einer mauen Entwicklung des Aktienteils. "Die Asset-Allocation war richtig", sagte Flossbach im Interview mit der Wirtschaftszeitung "Handelsblatt". Der Schwerpunkt habe auf Aktien und Gold gelegen. "Aber die Aktienseite hat nicht die erwartete Performance geliefert."

So habe sein Haus einen Bogen um Bank- und Rüstungstitel geschlagen, die sich aber gut entwickelten. Zudem hätten manche Technologie-Aktien nicht im Fonds gelegen, wie Nvidia oder Broadcom. Insofern verpasste das volumenstarke Multi-Asset-Portfolio einen Teil der Performance des breiten Marktes. Das Unternehmen Nvidia sei zwar "super gemanagt", doch die Erwartungen des Marktes an den Chiphersteller seien überzogen.

"Falsch, Überzeugungen über Bord zu werfen"
"Zum anderen waren es einzelne Aktien, die sich nicht so entwickelt haben, wie wir uns das erhofft hatten", erläuterte Flossbach. Er verwies auf Adidas als "profitables und sehr gut geführtes Unternehmen, dessen positive Entwicklung der Markt unseres Erachtens derzeit nicht angemessen reflektiert". Der milliardenschwere Mischfonds sowie der auch in Österreich vertriebene FvS Multiple Opportunities II hatten im vergangenen Jahr hohe Mittelabzüge erlitten.

Seinen Kurs will der Mischfonds-Stratege aber nicht ändern. "Solche Phasen hat es in der Vergangenheit schon gegeben. Und wird es immer wieder geben", betonte Flossbach gegenüber dem "Handelsblatt". Er gehe davon aus, dass die mitunter deutlichen Bewertungsunterschiede zwischen einzelnen Sektoren sinken werden. "Deshalb wäre es falsch, die eigenen Überzeugungen über Bord zu werfen und dem Markt hinterherzulaufen, etwa noch Bankaktien zu kaufen, wo deren Bewertungsabschlag sich aufgelöst hat."

"Klerikaler Glaube" von Tesla-Anhängern
Die zuletzt an den Börsen aufgekeimte Skepsis gegenüber den massiven Investitionen der Technologie-Konzerne in künstliche Intelligenz (KI) kann der Kölner Vermögensverwalter nachvollziehen. "Niemand kann seriös schätzen, ob sich die Investitionen rechnen", sagte Flossbach. Auch den angestrebten Wandel des Elektroautobauers Tesla in einen KI-Konzern verfolge er mit Skepsis. "Tesla lebt von Visionen und dem fast schon klerikalen Glauben seiner Anhängerschaft daran", meinte Flossbach. "Ich würde davon ausgehen, dass all das erst sehr viel später Wirklichkeit wird, als Elon Musk seinen Fans weiszumachen versucht." (ert)