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Finanzadmin will künftig auch im Versicherungsvertrieb mitmischen

Viele Versicherungsvermittler sind derzeit auf der Suche nach Unterstützung. Vor allem Einzelkämpfer haben mit der Administrationsflut zu kämpfen. Nun möchte mit Finanzadmin auch eine Wertpapierfirma den Beratern eine Lösung bieten.

Michael Veit und Reinhard Magg
Finanzadmin-Geschäftsführer Michael Veit und Reinhard Magg
© Alfred Arzt

Im Grunde wäre es naheliegend, dass Wertpapierpools ihren Partnern auch die Möglichkeit bieten, Versicherungsgeschäft abzuwickeln. Und tatsächlich wurden in der Vergangenheit diesbezüglich auch einige Anläufe genommen. Der damit verbundene hohe Aufwand stieß dann in der Praxis allerdings stets auf ein zu geringes Interesse der Plattformpartner. Die waren in der Regel mit ihren Direktanbindungen bei den Versicherungsgesellschaften zufrieden, weshalb das Thema nie so richtig in Schwung kam. Nun könnte aber die deutlich kompliziertere regulatorische Situation im Versicherungsvertrieb hier eine neue Chance für die Pools schaffen. 

So suchen heute infolge der Umsetzung der IDD-Vorgaben auch Versicherungsvermittler verstärkt nach Partnern, die ihnen in wesentlichen Geschäftsbereichen unter die Arme greifen. Maklerzusammenschlüsse und Versicherungspools haben aus diesem Grund derzeit eine Art Sonderkonjunktur, und da ist es keine Überraschung, dass auch die Wertpapierfirmen zum Zug zu kommen versuchen. Vorreiter ist diesmal Finanzadmin: Das Wiener Unternehmen wittert hier die Chance, dank des veränderten Umfelds auch im Versicherungsvertrieb reüssieren zu können. 

Know-how nach Österreich transferieren
Finanzadmin hat dabei den Vorteil, dass die deutsche Muttergesellschaft Fondskonzept schon seit fünf Jahren in diesem Bereich tätig ist und über entsprechendes Know-how und die benötigten technischen Lösungen verfügt. Das will man nun auch nach Österreich transferieren. Dass man in Deutschland erst verhältnismäßig spät auch den Versicherungsbereich für sich entdeckt hat, erklärt Bretzke so: "In der Vergangenheit gab es von Seiten der Versicherungen gar nicht die technischen Möglichkeiten, um eine digitale Abwicklung des Geschäfts durchzuführen, so wie wir es aus dem Fondsbereich gewohnt waren. Die klassische Abwicklung mittels Papierantrag wäre für uns einfach zu personalaufwendig gewesen und hätte auch nicht zu unserem Geschäftsmodell gepasst. Nicht zuletzt durch die Verjüngung der Vorstandsebenen in den Versicherungen hat sich da allerdings mittlerweile viel verändert. Zudem haben die neu auf den Markt gekommenen Insurtechs Druck auf die Versicherungen wie auch die Makler aufgebaut. Mit unseren technischen Lösungen, die eine vollautomatische Abwicklung mit den Versicherungen über digitale Schnittstellen ermöglichen, können wir daher nun bei den Maklern punkten. Bei uns können sie alles digital abwickeln, die Zeitersparnis ist dadurch enorm."

In Deutschland hat man im Versicherungsbereich bereits an die 800 Anbindungen. Daneben nutzen vier große Vertriebe – einer von ihnen hat allein 100.000 Kunden – nur die Software des Pools. Derzeit macht das Versicherungsgeschäft auf Ebene der Provisionserträge zwar erst fünf Prozent aus, das Wachstum kann sich mit 25 Prozent pro Jahr jedoch durchaussehen lassen. Diese Entwicklung wolle man nun auch hierzulande fortsetzen, "da wir gemerkt haben, dass die Makler auch in Österreich Interesse daran haben, alles aus einer Hand zu bekommen", so Bretzke.

Erste Erfahrungen
Von Vorteil sei dabei, so erzählt Finanzadmin-Geschäftsführer Reinhard Magg, dass man schon vor drei Jahren einen Vertrieb angebunden habe, der seine Versicherungsdaten in die Software eingespielt hat. Auf diese Weise kam der Pool zu den ersten Erfahrungen mit den benötigten Schnittstellen. Das Projekt wurde allerdings nicht weiter verfolgt, da die Umsetzung von Mifid II die Ressourcen auslastete. Seit Anfang dieses Jahres verfügt das Unternehmen über die für ein solches Projekt benötigten Ressourcen, vor allem kamen zuletzt aber Vertriebspartner auf das Unter­nehmen zu.

Finanzadmin-Geschäftsführer Michael Veit erzählt: "Jene Vertriebspartner, die in Österreich unsere App und die elektronische Unterschrift nutzen, sind mit dem Wunsch an uns herangetreten, diese Technologie auch im Versicherungsbereich nutzen zu können. Daher haben wir uns dazu entschlossen, das Projekt in Österreich zu starten." Sowohl Magg als auch Veit ist dabei klar, dass der Markt in diesem Bereich bereits hart umkämpft ist. Dass sie dennoch eine Chance haben, leiten sie aus der Tatsache ab, dass sie über das Haftungsdach bereits 280 Vertriebspartner angeschlossen haben. Von diesen 280 sind laut Magg 150 Versicherungsmakler und 60 haben auch die Gewerbeberechtigungen als Agenten. (gp)


Den gesamten Artikel finden Sie ab Seite 182 in der aktuellen Heftausgabe 03/2019 von FONDS professionell oder hier im E-Magazin. 

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