Eine besondere Variante der Initiative "Jugend forscht" startet in den Vereinigten Staaten. Dort können auch Teenager selbständig mit Aktien, ETF oder Fonds handeln – zumindest bei Fidelity Investments. Der Finanzdienstleister bietet seit Mitte Mai einen kostenlosen Broker-Account für 13- bis 17-Jährige an, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Voraussetzung dafür: Die Eltern der Teenies müssen selbst Fidelity-Kunden sein. Wer will, kann anschließend sehen, wie und mit was der eigene Nachwuchs handelt, als auch das "Junior-Depot" eigenmächtig schließen, falls es zu bunt wird. Die Investitionsentscheidungen treffen die Jugendlichen aber ganz allein. Ein Limit ist nicht vorgesehen.

Allerdings dürfen die Teenager nicht mit allen Produkten handeln. Riskante Optionen, gehebelte Produkte oder Pennystocks sind tabu, genau wie Shortselling, also Wetten auf fallende Kurse. Dass Fidelity so junge Menschen überhaupt traden lässt, begründet der Finanzdienstleister mit seinem Bildungsauftrag – Stichwort "Financial Literacy". Eltern sollen ihre Kinder schon früh an das Thema Geldanlage heranführen und mit ihnen besprechen, welche Investments sich lohnen und welche zu riskant sind.

Junge Anleger als Kunden im Visier
Fidelitys selbsterklärter Lehrauftrag dürfte nicht die einzige Motivation für den kostenlosen Teenager-Account sein. Die Investmentfirma erschließt mit dem Angebot immerhin eine Kundengruppe, die in den vergangenen Monaten ein wachsendes Interesse an Aktien gezeigt hat. Im Zuge des Privatanlegerbooms strömen immer mehr junge Trader auf den Finanzmarkt. Eines der prominentesten Beispiele: Der zwölfjährige Kwon Joon aus Südkorea, der über den Broker-Account seiner Mutter seit April 2020 eine Rendite von satten 43 Prozent erzielt hat. Joons erklärtes Vorbild ist übrigens die 90-jährige Investorenlegende Warren Buffett. (fp)