Die Fondsgesellschaft Fidelity International legt ein börsengehandeltes Produkt (ETP) für physische Bitcoin auf. Dies teilt der Anbieter mit. Als Verwahrstelle dient die Krypto-Tochter Fidelity Digital Assets Services mit Sitz im US-Bundesstaat New York. Der Anbieter Fidelity Investments, der in Nordamerika agiert, hatte vor wenigen Wochen bereits in Kanada einen börsengehandelten Indexfonds (ETF) aufgelegt, der direkt in Bitcoin investiert. Die beiden Fidelity-Gesellschaften stoßen damit forciert in das Geschäft mit digitalen Vermögenswerten vor.

Der Fidelity Physical Bitcoin ETP (XS2434891219) richte sich an professionelle und institutionelle Kunden in Europa, teilt die Gesellschaft mit. Das Produkt sei ab sofort an der Deutschen Börse Xetra notiert. Ein Listing an der SIX Swiss Exchange werde in den nächsten Wochen folgen. Die jährlichen laufenden Kosten gibt das Haus mit 0,75 Prozent an. Der Konzern begründet den Schritt mit einer hohen Nachfrage seitens der Kunden an digitalen Vermögenswerten.

Direktinvestments nur über Umwege
Direkte Investments in Krypto-Assets wie Bitcoin unterliegen noch Beschränkungen. Deshalb wich Fidelity Investments bei seinem Vehikel für den amerikanischen Markt auf die Börse Toronto aus. Die US-Aufsicht SEC hatte zuvor mehrere Anträge auf ETFs, die physisch in Bitcoin investieren, wegen Sicherheitsbedenken abgelehnt. Die auf den US-Markt gebrachten ETFs nutzen daher Derivate, um den Preis widerzuspiegeln. UCITS-ETFs dürfen ebenfalls nur Derivate für solche Investments nutzen und auch nur beimischen. Daher dürfte die Auflage im Mantel eines ETP erfolgt sein.

"Uns ist es sehr wichtig, institutionellen und professionellen Anlegern einen kostengünstigen Zugang zu dieser innovativen Anlageklasse zu ermöglichen", erläutert Christian Staub, der das Europa-Geschäft bei Fidelity International verantwortet. Die zugrundeliegende Distributed-Ledger-Technologie habe das Potenzial, das Finanzsystem in den kommenden Jahren zu revolutionieren und viele Bereiche der Finanzwelt grundlegend zu verändern – mit weitreichenden Folgen auch für Anleger. "Da sich diese Technologie immer stärker durchsetzt, fragen unsere Kunden zu Recht nach einer effizienten Möglichkeit, von diesem Trend zu profitieren", so Staub. (ert)