EZB: Digitaler Euro soll Bargeld "nicht ersetzen, sondern ergänzen"
Die EZB treibt die Entwicklung des digitalen Euro voran – doch Bargeld wird dadurch nicht verdrängt. Direktoriumsmitglied Piero Cipollone betont: Banknoten und Münzen bleiben auch in Zukunft Teil des Systems und sind gerade in Krisenzeiten unverzichtbar.
Die Europäische Zentralbank (EZB) bekräftigt ihre Absicht, auch in Zeiten digitaler Innovationen Zentralbankgeld – physisch wie digital – im Zentrum des europäischen Finanzsystems zu halten. Das schreibt EZB-Direktor Piero Cipollone in einem am Montag (4.8.) veröffentlichten Blogbeitrag, wie unter anderem das Fachportal "Cointelegraph" berichtet.
Laut Cipollone sollen Banknoten und Münzen selbst dann eine zentrale Rolle behalten, wenn der digitale Euro Realität wird. "Und seien Sie versichert: Ein digitaler Euro wird Banknoten und Münzen nicht ersetzen, sondern ergänzen", so Cipollone. Er betont zudem, dass Zentralbankgeld in physischer und elektronischer Form zur Stärkung der europäischen Zahlungsautonomie beiträgt.
Gesetzliche Grundlage kommt 2026
In einer Diskussion mit dem französischen Notenbankchef François Villeroy de Galhau äußerte sich Cipollone bereits im Mai zu den rechtlichen Rahmenbedingungen: "Für die Gesetzgebung hoffe ich, dass alles erledigt ist bis zum Beginn des nächsten Jahres, sehr früh im nächsten Jahr."
Damit könnte die gesetzliche Grundlage für den digitalen Euro bereits Anfang 2026 stehen.
Bargeld bleibt wichtig – besonders in Krisen
Trotz digitaler Fortschritte unterstreicht Cipollone die Bedeutung von Bargeld – vor allem in Ausnahmesituationen: "Bargeld wird es auch weiterhin geben", schreibt er.
"In Zukunft werden die Verbraucher im Euroraum es zu schätzen wissen, Banknoten, Münzen und digitale Euro in ihren Geldbörsen zu haben – alle offizielles gesetzliches Zahlungsmittel, jederzeit und überall zugänglich und auf unterschiedliche Zahlungspräferenzen und -szenarien zugeschnitten", so Cipollone. (mb)















