Europäische Fonds mit starken Zuflüssen im ersten Quartal
Die europäische Fondsindustrie startete mit erhöhten Nettomittelzuflüssen ins Jahr, bevor die Stimmung mit dem Iran-Krieg drehte.
Europäische Fonds verzeichneten im ersten Quartal 2026 Mittelzuflüsse in Höhe von 184,2 Milliarden Euro. Das ist deutlich mehr als im vierten Quartal 2025, als die Fonds 154,3 Milliarden Euro an Neugeldern einfuhren. Zu diesem Ergebnis kommt der Rückblick von Morningstar für offene Fonds und ETFs in den Monaten Januar bis März. Geldmarktfonds wurden in der Statistik nicht betrachtet.
Iran-Krieg bremst Dynamik
"Das erste Quartal zeigt, dass Anleger weiterhin an den Märkten engagiert sind, jedoch selektiver vorgehen, wenn es darum geht, wie und wann sie Kapital einsetzen", sagt Giovanni Cafaro, Analyst für Manager Research bei Morningstar. Allerdings drehte die Stimmung mit der Iran-Krise: Während das Quartal stark begann, kam es im März zu Abflüssen in Höhe von 18,7 Milliarden Euro. "Die Unsicherheit hinsichtlich der geopolitischen Lage und der Inflationsrisiken veranlasste viele Anleger, sich zurückzuhalten", so Cafaro.
Laut Cafaro zeigt sich bei den Zuflüssen ein bekanntes Muster. Passive Strategien dominieren bei Aktienallokationen, aktives Management dagegen ist bei Anleihen nach wie vor der bevorzugte Ansatz. "Bei Festverzinslichen gilt Flexibilität als entscheidend für die Bewältigung volatiler Marktbedingungen", so Cafaro.
Zuflüsse in Aktien und Anleihen
Sowohl Aktien- als auch Anleihe-Investments verzeichneten im ersten Quartal Mittelzuflüsse. Aktienfonds sammelten 95,3 Milliarden Euro ein – mehr als doppelt so viel wie im vierten Quartal 2025. Bei Anleihefonds waren es 62,7 Milliarden Euro; das entsprach einem leichten Rückgang im Vergleich zum Vorquartal. Passive Fonds machten rund 65 Prozent aller Mittelzuflüsse im ersten Quartal aus. Insgesamt waren es 120 Milliarden Euro, davon 108 Milliarden Euro in Aktienstrategien.
"Aktive Aktienfonds standen weiterhin unter Druck und verzeichneten Mittelabflüsse in Höhe von 12,7 Milliarden Euro. Dagegen waren aktive Anleihefonds mit Zuflüssen von 49 Milliarden Euro die klaren Gewinner", sagt Cafaro. "Wachstumsorientierte Aktienstrategien – weltweit, in den USA und in Europa – fielen im ersten Quartal weiter in Ungnade und verzeichneten Mittelabflüsse in Höhe von 23,3 Milliarden Euro."
Diversifikation aus US-Anlagen
Der Bericht zeigt, dass das Engagement in globalen und europäischen Aktien zunahm, weil Anleger ihre auf die USA konzentrierten Allokationen weiter diversifizierten. Zusammen verzeichneten globale und europäische Large-Cap-Blend-Strategien Zuflüsse von 58,6 Milliarden Euro. In Schwellenländern investierende Fonds setzten ihre Erholung fort mit Zuflüssen in Höhe von 20,1 Milliarden Euro, auch wenn sich im März die Dynamik aufgrund von Sorgen um die Ölpreise und Störungen in der Lieferkette deutlich verlangsamte.
Alles in allem belief sich das Vermögen in europäischen offenen Fonds und ETFs zum Ende des ersten Quartals auf knapp über 14 Billionen Euro, ein Rückgang im Vergleich zu dem Höchststand im Februar. "Hauptgrund waren die geopolitischen Schocks, die zu Marktverlusten führten und sich auf die Bewertungen auswirkten", so Cafaro. (jh)















