Seit dem Jahr 2023 bemüht sich der Fachverband der Versicherungsmakler über die Initiative "Woman Wanted", mehr Frauen für eine Karriere in der Vermittlung zu motivieren. Der Anteil lag 2025 nur bei 15 Prozent.

Sichtbarkeit wesentlich
Katharina Freingruber, Obfrau der Fachgruppe Burgenland und Leiterin des Arbeitskreises "Women Wanted", sieht ein Problem darin, dass viele junge Menschen die vielfältigen Möglichkeiten des Berufs zu wenig kennen. Das Berufsbild verbinde Beratungskompetenz, Unternehmertum und persönliche Begleitung von Menschen, wie es in einer Aussendung heißt. Der Fachverband will dieses mit Initiativen wie "Versicherungsmakler:in macht Schule" frühzeitig präsentieren.

Wesentlich sei das Sichtbarmachen von Frauenkarrieren, so Freingruber, die dazu bei einem Kamingespräch im Umfeld des diesjährigen Versicherungsmaklertreffens in Rust sprach. Sie ist die erste Frau an der Spitze einer Fachgruppe der österreichischen Versicherungsmakler. "Sichtbarkeit ist eine Grundvoraussetzung für Veränderung. Wenn Frauen erfolgreiche Unternehmerinnen und Funktionärinnen sehen, entsteht ein realistischeres Bild der Möglichkeiten, die unsere Branche bietet", so Freingruber. Es gehe darum, Frauen zu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen und die Zukunft der Berufsgruppe aktiv mitzugestalten.

Europaweites Problem
Das Problem eines sehr geringen Frauenanteils beschäftige die gesamte europäische Branche, erklärte Roger van der Linden, Vorsitzender des Brokers Committee des europäischen Interessenvertretungsverbands BIPAR und Präsident des niederländischen Vermittlerverbands Adfiz. Man könne es sich nicht leisten, "auf die Kompetenzen und Perspektiven qualifizierter Frauen zu verzichten", so Van der Linden.

Fachverbandsobmann Christoph Berghammer betonte, dass die Initiative ein langfristiges Bekenntnis des Fachverbands sei. Als eine Aufgabe hob er auch die Vernetzung von Frauen hervor.

Prinzipiell kann man am österreichischen Versicherungssektor seit Jahren einen großen Fortschritt bei der Frauenquote sehen. Vor allem im VIG-Konzern und seinen zahlreichen Gesellschaften sind die Vorstandspositionen im Vergleich zu anderen ATX-Unternehmen zu einem hohen Anteil weiblich besetzt. (eml)