Die Erste Bank und die Crowdinvesting-Plattform Conda haben ein gemeinsames Finanzierungstool für Unternehmer entwickelt. FundNow soll es ermöglichen, auf einen Blick einen sinnvollen Mix aus Bankkrediten, Förderungen, Beteiligungen, Leasing und Crowdinvesting zu finden. Die geeignete Mischung hinzubekommen, sei für viele Jungunternehmer und Start-ups "eine echte Herausforderung und extrem zeitaufwendig", so Peter Bosek, CEO der Erste Bank Österreich, in einer Aussendung.

Finanzierungsmix auf Knopfdruck
Unter www.fundnow.at geben User zuerst anonym den gewünschten Finanzierungsbetrag und gewisse Kerndaten zum Unternehmen ein. Ein Vorschlag wird auf Knopfdruck geliefert, wie ein Test der Redaktion zeigt. User, die weiter interessiert sind, können dann ein Profil erstellen, den Business- und Finanzplan hochladen und eine konkrete Anfrage stellen. Eine detaillierte Finanzierung werde kostenlos binnen 48 Stunden ausgearbeitet, heißt es. Dann können persönliche Termine mit den jeweiligen Geldgebern vereinbart werden.

Ob es sich dabei rein um Angebote aus dem Erste-/Condaumfeld handelt oder ob auch externe Anbieter vorgeschlagen werden, geht weder auf der Homepage noch aus der Presseaussendung hervor. Jedenfalls sieht Daniel Horak, Geschäftsführer von Conda  "mehr Planungssicherheit" für die Unternehmen. Für die Finanzierungspartner gebe es unter anderem Synergien, weil man untereinander vernetzt ist und Aufgaben wie die Datenerfassung bündelt.

Größere Gläubigerbasis
Conda dürfte sich mit der Anbindung an die große Erste Bank nicht nur mehr Visibilität erhoffen. Auch rückt der Sektor, der von Konsumentenschützern immer wieder wegen der Verlustpotenziale für Privatanleger beäugt wird, reputationsmäßig in die Nähe der regulatorisch streng überwachten Bankenbranche.

Aus Sicht der Banken ist die Verschränkung mit einem Crowdinvesting-Anbieter vorteilhaft, weil jede alternative Kapitalausstattung eines Startups es den Banken erleichtert, in diesem ausfallsgefährdeten Bereich mehr Kredite zu vergeben. Beim Crowdinvesting leihen private Anleger den Unternehmen Geld – meist in Form von Nachrangdarlehen. Bei einer Insolvenz werden sie erst hinter den anderen Gläubigern bedient.

Technischer Partner von FundNow ist das österreichische Start-up finothek, das sich auf die Entwicklung kundenzentrierter Finanzlösungen spezialisiert hat. (eml)