Die Kosten für fixverzinste Immobilienkredite sind in den vergangenen Monaten kräftig gestiegen. Bei einem auf 30 Jahre gestreckten 100.000-Euro-Kredit und einem Fixzinssatz über die gesamte Laufzeit betrage der monatliche Ratenunterschied 50 Euro, wie es in einer Aussendung des Kreditmaklers Creditnet heißt. Über die gesamte Laufzeit ergebe sich im Vergleich zu den Konditionen vom August 2021 eine Mehrbelastung von 18.000 Euro.

Angesichts steigender Wohnungspreise kommt freilich kaum jemand mit 100.000 Euro aus. Auf Creditnet liege der durchschnittliche Fremdfinanzierungsbetrag bei 300.000 Euro. In diesem Fall ergibt sich über die Laufzeit eine Mehrbelastung von 54.000 Euro.

Zugrundeliegende Swapsätze vervielfacht
Die als Indikator für Fixzinskredite dienenden Swapsätze (die Konditionen, zu denen Banken Zinsrisiken austauschen) haben sich laut Creditnet in den vergangenen Monaten vervielfacht. So sei etwa der 15-jährige-Euro-Swapsatz von einem Tiefststand im August 2021 bei 0,074 Prozent auf 1,388 Prozent gestiegen.

Eklatant einschränkend werden künftig auch die Bonitätsanforderungen für Immobilienkreditkunden wirken. Wegen einer Verschärfung der Vergabe-Mindeststandards durch die Finanzmarktaufsicht, die ab Juni 2022 gilt, dürfte ein großer Teil der potenziellen Kreditnehmer bald durch die Finger schauen. Auf Creditnet hätten nach den neuen Regeln nur 30 Prozent der im vergangenen Jahr vermittelten Kunden momentan eine Chance auf Finanzierung. "70 Prozent der Kunden würden nun keinen Kredit mehr bekommen", heißt es. (eml)