J.P. Morgan Asset Management war im ersten Halbjahr 2020 Europas absatzstärkster Fondsanbieter. Das geht aus der aktuellen Fassung des "European Fund Industry Review" von Refinitiv Lipper hervor. Demnach warb der US-Asset-Manager in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 52,7 Milliarden Euro mit Publikumsfonds und ETFs ein und lag damit vor Blackrock (36,4 Mrd. Euro) und Goldman Sachs Asset Management (21,2 Milliarden Euro). Auf den weiteren Plätzen folgen Vanguard, Axa, DWS, ING, UBS, Morgan Stanley und Pictet. Der Kölner Vermögensverwalter Flossbach von Storch kann einen Achtungserfolg verbuchen: Er landet im ersten Halbjahr auf Rang 14 der absatzstärksten Asset Manager Europas.

Der Vertriebserfolg von J.P. Morgan Asset Management sorgt auch dafür, dass das Haus im Ranking der größten Fondsanbieter in Europa an Amundi vorbeizieht: Die Vermögensverwaltungssparte der US-Bank lag zum Stichtag Ende Juni mit 391 Milliarden Euro in Publikumsfonds und ETFs knapp zehn Milliarden Euro vor dem Wettbewerber aus Paris. Einsame Spitze bleibt allerdings Blackrock: Der weltgrößte Vermögensverwalter betreut Refinitiv Lipper zufolge aktuell knapp 946 Milliarden Euro in europäischen Publikums- und börsengehandelten Indexfonds.

Vor allem Geldmarktfonds sammeln hohe Summen ein
Insgesamt blickt die Branche auf ein erstaunlich erfolgreiches erstes Halbjahr zurück: Trotz Corona sammelten die Fondsanbieter unter dem Strich rund 123 Milliarden Euro ein. Ein genauerer Blick auf die Zahlen sorgt allerdings für ein eher ernüchterndes Bild, denn die Anleger pumpten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres allein 152,5 Milliarden Euro in Geldmarktprodukte – ein in unsicheren Zeiten bekanntes Investorenverhalten. Aus anderen Fonds zogen die Kunden netto also viel Geld ab. So flossen allein aus Fonds der Lipper-Kategorie "Aktien USA" 18,6 Milliarden Euro ab.

Die Refinitiv-Lipper-Analysten warfen auch einen Blick auf die Zahl der angebotenen Produkte. Demnach liquidierten die Anbieter im ersten Halbjahr europaweit 521 Fonds, weitere 390 wurden verschmolzen. Dem gegenüber stehen 942 Neuauflagen. Unter dem Strich stieg die Zahl der in Europa angebotenen Fonds damit um 21. (bm)