Erste deutsche Geldhäuser wollen sich mithilfe von Services, die nichts mit Bankdienstleistungen zu tun haben, gegen die aufkeimende Konkurrenz von Tech-Konzernen wie Google, Apple und Amazon wehren. So planen die Volks- und Raiffeisenbanken den Aufbau eines Ökosystems, in dem sie Extradienstleistungen wie Handwerkervermittlung anbieten. Das Problem: Die Kunden wollen diesen Service gar nicht, berichtet das "Handelsblatt". Eine Umfrage der Beratungsfirma Investors Marketing unter tausend Verbrauchern hat ergeben, dass nur 13 Prozent der Befragten zusätzliche Dienstleistungen von ihrer Hausbank nutzen würden.

Mit bankfernen Services dürften die Banken also nicht in großer Zahl Neukunden anziehen. Wollen sie vielleicht auch gar nicht: "Extradienstleistungen oder sogar der Aufbau eines Ökosystems, das der Kunde nur über die Bank nutzen kann, dienen der Kundenbindung", zitiert das "Handelsblatt" Investors-Marketing-Chef Oliver Mihm. Das passt zu den Plänen der Genossenschaftsbanken, die zunächst mit Dienstleistungen rund um den Immobilienkauf ihre Bestandkunden stärker an sich binden wollen, schreibt die Wirtschaftszeitung. Wie stark Bestandskunden solche Extra-Leistungen in Anspruch nehmen werden, ist allerdings nicht klar.

Noch nicht Hopfen und Malz verloren 
Dass die Kunden laut Studie nicht allzu überzeugt von den Zusatzdienstleistungen der Kreditinstitute sind, sollte diese nicht von entsprechenden Plänen abhalten, meint Sebastian Maus, Partner der Beratungsfirma Roland Berger, gegenüber dem "Handelsblatt": Für Kreditinstitute sei es schwierig, "Ökosysteme der täglichen Relevanz mit Dienstleistungen jenseits des Bankgeschäfts aufzubauen. Meiner Ansicht nach sollten sie es aber dennoch versuchen." Auch nach Meinung von Investors-Marketing-Chef Mihm ist es einen Versuch wert. Mit einem konsequenten Vorgehen und einer eigenen Plattform hätten die Kreditinstitute ihm zufolge eine Chance, Tech-Konzernen etwas entgegenzusetzen. (fp)