Im Fahrwasser der Covid-19-Pandemie ist das Investitionsvolumen der deutschen Crowdinvesting-Branche deutlich geschrumpft. Wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) unter Berufung auf das Portal Crowdinvest.de berichtet, sank das Volumen von 418 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 328 Millionen Euro im Jahr 2020. Damit verzeichnete die Branche zum ersten Mal seit ihren Anfängen vor rund einer Dekade einen Rückgang. Investoren seien durch die Corona-Krise verunsichert worden, heißt es vom Bundesverband Crowdfunding – aber nur vorübergehend: Im ersten Quartal 2021 sei das Vorkrisenniveau bereits wieder erreicht worden.

Viel stärker als eine gewisse Unsicherheit unter Privatanlegern machte sich in der Crowdinvesting-Branche im vergangenen Jahr offenbar die gestiegene Nervosität der Banken bemerkbar. Erhöhte Eigenkapitalanforderungen der Finanzaufsicht Bafin für Kredite hätten Geldhäuser zurückhaltender werden lassen, erklärt der Berliner Immobilienspezialist Bergfürst in der FAZ. Man habe sich deshalb stärker auf Finanzierungsvorhaben mit großen Gesamtvolumina konzentriert, bei denen es ein hohes öffentliches Interesse an einer raschen Umsetzung gab.

Unternehmensfinanzierung bricht weg
Den größten Rückgang bei den Investitionen verzeichneten crowdfinanzierte Immobiliendarlehen. Kein Wunder: Sie machten im Jahr 2019 drei Viertel des Marktes aus. Bei der Fremdkapitalvergabe an Unternehmen gab es im vergangenen Jahr wiederum so tiefe Einschnitte, dass sie praktisch zum Erliegen kam. Es seien gerade einmal 14 Projekte mit einem rekordtiefen Gesamtvolumen von 3,6 Millionen Euro finanziert worden, schreibt die Frankfurter Wirtschaftszeitung – nach 400 Projekten im Vorjahr. Im Energiebereich stieg das Investitionsvolumen dagegen auf den neuen Rekordwert von 13,4 Millionen Euro. Dieser Bereich ist im Vergleich allerdings recht klein. (fp)