Aktien nachhaltig wirtschaftender Unternehmen entwickeln sich im Schnitt besser als Aktien von Firmen, denen ESG-Faktoren weniger wichtig sind, sagt Tom Demaecker, Fondsmanager bei Degroof Petercam. "Unsere Analysen belegen, dass sie über einen siebenjährigen Zeitraum eine klare Outperformance gegenüber Aktieninvestments erzielen, die nicht aktiv auf ESG bauen", erklärt er. Der Anlageprofi sieht dafür vier Gründe.

Erstens vermeiden nachhaltig wirtschaftende Unternehmen öffentliche Kontroversen, die zu teuren Gerichtsverfahren und Imageschäden führen können. Zweitens konzentrieren sich viele ESG-starke Firmen besonders auf Forschung und Entwicklung sowie immaterielle Vermögenswerte wie Patente und Humankapital – also jene Punkte, die in der heutigen Wirtschaft immer bedeutsamer werden für die Wertschöpfung von Unternehmen.

Grüne Fonds sind stabiler
Der dritte Grund, weshalb Aktienanleger auf nachhaltige Unternehmen setzen sollten: Diese sind Studien zufolge insgesamt profitabler. "ESG kann dementsprechend ein Indikator für die Rentabilität und das Wachstum eines Unternehmens sein", sagt Demaecker. Viertens vermeiden Investoren, die nach ESG-Kriterien investieren, automatisch riskante Sektoren wie Tabak, Waffen und Glücksspiel.

Gute ESG-Aktienfonds weisen so letztlich geringere Gewinnschwankungen auf als Fonds, die auch in Schmutzfinken investieren, erklärt der Portfoliomanager. "Die Kluft zwischen den Klassenbesten und dem Mittelfeld ist geringer. Das sorgt für mehr Gewinntransparenz und stärkt die Resilienz." (fp)