Die Österreicher sind Börsenmuffel. Das bestätigt, einmal mehr, eine neue Studie des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Marketagent. Für die Studie wurde im Frühjahr bundesweit eine Umfrage mit 1.060 Bewohnern durchgeführt, die zwischen 14 und 75 Jahre alt sind. Dabei wurden 14 Fragen gestellt. Das Ergebnis: Bei den "attraktiven Anlageformen" liegen Gold beziehungsweise Edelmetalle und Immobilien vorn, gefolgt von Geldsparprodukten.

Aktien, Aktienfonds, ETFs und Anleihen sind abgeschlagen auf dem vierten Platz. Allerdings liegen die kapitalintensiven physischen Sachwerte bei den "aktuellen Investitionen" deutlich zurück. 54 Prozent der Studienteilnehmer parken ihr Geld auf Sparbüchern respektive Sparkonten oder haben einen Bausparvertrag. Viele sehen sich damit als "vorsichtige Sparfüchse". Nur 29 Prozent investieren in Wertpapiere, und etwa ein Viertel besitzt klassische Vorsorgeprodukte.

"Beim Thema Aktien denke ich an ein Spielcasino"
Es ist nicht neu, dass Wertpapiere keinen besonders guten Ruf haben. Erschreckend ist in diesem Zusammenhang die Finanzkompetenz der Anleger. Abgesehen davon, dass 54 Prozent der Befragten ihr Wissen rund um das Thema Aktien als schlecht bis sehr schlecht einschätzen, beschäftigen sich überhaupt nur 30 Prozent intensiv mit Geldanlagen. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass Aktien vom Gefühl her primär als "Spielcasino" oder "sprunghafter Fahrstuhl" gesehen werden.

Marketagent-Geschäftsführer Thomas Schwabl fasst die Studienergebnisse hinsichtlich der Wertpapiere so zusammen: "Die Aktie ist ein Nischenprodukt. Der Zugang bleibt vielen emotional, kognitiv oder finanziell verschlossen. Vier von zehn Befragten berichten beispielsweise, dass ihnen schlicht und einfach kein Geld zum Investieren übrigbleibt. Ebenso viele scheuen sich, weil sie das Risiko fürchten. So bleibt das Potenzial des Kapitalmarkts für große Teile der Bevölkerung ungenutzt." (ae)