Nach einem viel beachteten ersten Gespräch bittet Vertriebsprofi Joachim Nareike Ökonom und Buchautor Daniel Stelter erneut vors Mikrofon – und stellt wieder unbequeme Fragen. Im Fokus stehen die Zukunftsfähigkeit des deutschen Wirtschaftsmodells, strukturelle Schwächen und die Handlungsfähigkeit der Politik.

Stelter zeichnet ein kritisches Bild: Das exportbasierte Modell stehe unter massivem Druck, insbesondere durch wachsende Konkurrenz aus China. Deutschland lebe seit Jahren von der Substanz, während Investitionen ausbleiben und der Kapitalstock altere. "Wir leben im Prinzip seit über 20 Jahren von der Substanz", so Stelter.

Auch die Politik kommt nicht gut weg. Sie kenne viele Probleme, liefere aber aus seiner Sicht unzureichende oder falsche Antworten. Mittel aus Schulden würden nicht wie versprochen investiert, sondern teilweise konsumiert – eine Entwicklung, die Stelter scharf kritisiert. Zudem warnt er vor grundlegenden Fehlannahmen etwa in der Energie- und Sozialpolitik. Deutschland befinde sich bereits in einem gefährlichen "Sinkflug", ein wirtschaftlicher "Strömungsabriss" drohe. Sein Fazit: Reformen seien längst überfällig – und die Zeit dränge. Jetzt reinhören!