Die Stimmung der Österreicher ist angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie im Keller. Das Imas Institut hat diese wenig überraschende Diagnose in Zahlen gegossen: Nur noch 28 Prozent der Befragten sind zuversichtlich, wenn sie an die kommenden Monate denken – im Jahr 2019 waren es 50 Prozent. Es ist anzunehmen, dass sich das Bild inzwischen sogar eingetrübt hat. Die Befragung, deren Ergebnisse von den Auftraggebern (Erste Bank, Sparkassen und Wiener Städtische) soeben ausgesendet wurden, fand bereits im September und Oktober statt, als das Pandemiegeschehen hierzulande deutlich geringer war.

Auch auf das Anlageverhalten schlägt die Stimmung durch. Zwar berichteten Finanzberater gerade in den vergangenen Monaten von Rekordabschlüssen und die Fondsbranche hatte ebenfalls hohe Zuflüsse. Dem steht aber ein Anteil von Pandemie-Betroffenen gegenüber, bei denen es finanziell knapp wird: Zwölf Prozent haben laut Befragung bei der Vorsorge oder bei Versicherungen bereits sehr stark eingespart oder wollen dies noch tun. 17 Prozent berichten von sehr starken Einschränkungen beim Sparen oder bei Veranlagungen. 15 Prozent haben den geplanten Abschluss von Vorsorgeprodukten verschoben. Gleichzeitig ist 80 Prozent der Befragten die finanzielle Vorsorge wichtig oder sehr wichtig.

Sparbuch bleibt beliebtestes Vorsorge-Vehikel
Diesbezüglich hat die Investmentbranche noch viel Raum, Überzeugungsarbeit für renditeträchtigere Veranlagungsprodukte zu leisten: Die Top 3 Vorsorgeprodukte im Land sind weiter das Sparbuch (58 Prozent), gefolgt von der Lebensversicherung (42 Prozent) und dem Bausparvertrag (39 Prozent). Danach erst werden Fondssparpläne (20 Prozent) und Wertpapiere (17 Prozent) genannt, sowie Gold und Immobilien mit (15 Prozent bzw. 13 Prozent).

Fast ein Drittel sagt, ihr Haushalt ist durch Corona sehr stark oder stark wirtschaftlich betroffen – etwa durch Kurzarbeit, Jobverlust oder Umsatzrückgänge. Im Durchschnitt legten die Befragten 161 Euro pro Monat für private Pensions- oder Gesundheitsvorsorge zur Seite – wobei es einen deutlichen Unterschied zwischen den Geschlechtern gibt: Bei Männern sind es 204 Euro, bei Frauen hingegen nur 110 Euro. (eml)