Handy am Steuer? Das wird teuer! Aber wie sieht es eigentlich mit Taschenrechnern aus? Wer sich diese Frage schon einmal gestellt hat, bekommt jetzt Antwort von höchstrichterlicher Stelle: Der deutsche Bundesgerichtshof (BGH) hat klargestellt, dass der Fahrer eines Autos während der Fahrt keinesfalls mit einem Taschenrechner hantieren darf. Wie "Spiegel Online" berichtet, war im konkreten Fall ein Immobilienmakler im Jahr 2018 mit einem solchen Gerät hinter dem Volant erwischt worden. Seine Entschuldigung: Er habe bloß schnell seine Provision für einen bevorstehenden Kundentermin ermitteln wollen.

Die Karlsruher Richter waren offenbar nicht überzeugt davon, dass die "Erfolgsrechnung"  unbedingt während der Autofahrt stattfinden musste. Der Makler muss nun ein Bußgeld zahlen. Und die deutsche Straßenverkehrsordnung ist einmal mehr etwas präziser geworden: Bis 2017 war nur das Benutzen von Mobil- und Autotelefonen am Steuer verboten. Danach wurde das Verbot auf andere elektronische Geräte ausgeweitet, zum Beispiel Navis (ausgenommen sind und bleiben Geräte mit Sprachsteuerung). 

Nicht das erste Bußgeld
Mit dem neuen Urteil ist klar, dass auch Taschenrechner unter diese Vorschrift fallen. Die Richter am Oberlandesgericht Hamm waren sich laut "Spiegel Online" in dieser Frage nicht einig gewesen und hatten deshalb beim BGH angefragt.

Der "rasende Provisionsfuchs" hatte übrigens nicht nur eine "böse Hand" am Taschenrechner, sondern offenbar auch den Bleifuß auf dem Gaspedal. Er war obendrein zu schnell unterwegs und deshalb bereits vom Amtsgericht Lippstadt zu einem Bußgeld in Höhe von 147,50 Euro verdonnert worden. Merke: Nie zu spät und unvorbereitet zu Kundenterminen aufbrechen. (fp)