Die Inflation in den USA lag im Juni bei beachtlichen 5,4 Prozent. In Deutschland erreichte sie immerhin 3,8 Prozent. Anleihen können solche realen Kaufkraftverluste nicht ausgleichen – Sachwerte in vielen Fällen hingegen schon. Im aktuellen Umfeld sind sie deshalb die beste Wahl für Investoren, sagt Bert Flossbach, Co-Gründer von Flossbach von Storch (FvS). Als vielversprechendsten Sachwert betrachtet er Aktien. "Die Idee dahinter ist, dass Unternehmen ihre Preise, Umsätze und Gewinne stärker erhöhen können, wenn das allgemeine Preisniveau steigt", erklärt er. Damit die Inflationsrechnung für Aktienanleger aufgeht, müssen sie allerdings Unternehmen mit großer Preissetzungsmacht identifizieren.

Viele Firmen wollen zunächst ihre Effizienz steigern, statt die Kosten für ihre Kunden zu erhöhen, berichtet Flossbach. Grundsätzlich gelte aber: "Je höher die Inflationsrate, desto einfacher ist es, Preiserhöhungen durchzusetzen." Eine rasante Teuerung erhöhe die Akzeptanz der Verbraucher für steigende Preise. "Langfristig könnten sich aus Sicht einiger Unternehmen sogar Ertragschancen ergeben, wenn sie begehrte Produkte und Dienstleistungen anbieten, die von der Konkurrenz nicht mal eben disruptiert werden können", sagt Flossbach. Wer langfristig investieren will, sollte außerdem darauf achten, dass Investmentkandidaten an der Börse noch Luft nach oben haben. (fp)