Frauen sind für Banken und Vermögensverwalter eine wichtige Klientel. Immerhin gehören ihnen rbereits heute und 40 Prozent des globalen Vermögens. Berater gehen allerdings immer noch viel zu wenig auf ihre weibliche Kundschaft ein, kritisiert Nannette Hechler Fayd'herbe, Investment-Chefin der internationalen Vermögensverwaltung der Credit Suisse, in der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ). Die Fehlberatung hat gravierende Folgen für den Vermögensaufbau.

Im Gegensatz zu Männern wollen Frauen bei der Anlageberatung eher keine theoretischen Ausführungen, sondern praktische Tipps, sagt die Credit-Suisse-Expertin. Darüber hinaus nehmen sich Investorinnen mehr Zeit für Anlageentscheidungen und wollen insgesamt umfassender informiert werden. Hinzu kommt, dass sie beim Investieren oft weniger risikofreudig sind als Männer. Sie sind deshalb tendenziell stärker in Anleihen als in Aktien investiert, obwohl bonitätsstarke Bonds kaum noch Rendite abwerfen – ein Problem, das Anlageberater in jedem Fall ansprechen sollten.

Ab Mitte 40 ist mehr Geld da
Berater sollten berücksichtigen, in welchem Alter und in welcher Lebensphase sich weibliche Kunden befinden. So steigt bei vielen Frauen mit der Gründung einer Familie, oft im Alter von Mitte 30, die Risikoaversion sprunghaft an. Bei Männern ist es interessanterweise genau umgekehrt. "Das hat natürlich direkte Auswirkungen auf die Anlagelösungen, die Frauen von der Bank angeboten werden", schreibt die NZZ. Die Folge: Ein zu geringer Aktienanteil im Depot. "Dafür müssen die Anlageberater sensibilisiert werden", kommentiert die Zeitung.

Ab Mitte 40 haben viele Frauen dann mehr Kapital für den Vermögensaufbau zur Verfügung. Die Kariere läuft rund, die Kinder sind aus dem Gröbsten raus. Der Credit Suisse zufolge wissen Anlegerinnen in diesem Alter sehr genau, was sie wollen, möchten bei Anlageentscheidungen mitreden und bringen auch die nötige Zeit dafür mit. Für Anlageberater sind Mittvierzigerinnen damit eine besonders interessante Kund(inn)engruppe. (fp)