Obwohl die nachhaltige Geldanlage seit einiger Zeit einen regelrechten Boom erlebt, sind ihre Details zahlreichen Adressaten immer noch kaum bekannt. Nicht einmal zwei von drei Deutschen können etwas mit dem Ausdruck "ESG-Kriterien" anfangen, die für Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung stehen. Das zeigt eine Yougov-Umfrage unter 2.000 Bundesbürgern im Auftrag der Commerz Real. Von den 25 Prozent, die von ESG überhaupt schon einmal gehört haben, haben sich demnach gerade einmal sechs Prozent weiterführend über dieses Thema informiert.

Statt "ESG" heißt es also für viele Investoren eher "IDK" – "I don’t know". Und das liegt nicht allein an dem Akronym: Fast jeder Zweite stimmte der Aussage zu, dass er bis heute nicht weiß, was eine nachhaltige Geldanlage de facto beinhaltet. "Dieses Unwissen in der Gesellschaft ist eine große Herausforderung für die Finanzbranche", sagt Viola Joncic, Nachhaltigkeitschefin bei der Commerz Real. Ihrer Einschätzung nach ist die EU-Offenlegungsverordnung ein wichtiger Schritt hin zu mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit beim grünen Investieren.

Je jünger, desto informierter
In der Umfrage zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den Befragten: Wer sich für Politik interessiert, kennt die ESG-Kriterien mit höherer Wahrscheinlichkeit – rund 40 Prozent der Politik-Interessierten gaben an, schon einmal davon gehört zu haben. Bei Umfrageteilnehmern, die sich nicht für das politische Geschehen interessieren, liegt die Wahrscheinlichkeit dagegen nur bei elf Prozent. Auch zwischen den Altersgruppen gibt es deutliche Differenzen. So haben unter den 18- bis 24-Jährigen rund 43 Prozent schon von ESG gehört. Bei den Befragten ab 55 Jahren waren es nur 21 Prozent. (fp)