Banken-KV: Verhandlungen gescheitert – Gewerkschaft droht mit Streiks
Die Kollektivvertragsverhandlungen für den Finanzsektor sind erneut ohne Ergebnis abgebrochen worden. Auch die fünfte Verhandlungsrunde endet ohne Einigung. Während die Arbeitgeber bei ihrem Angebot bleiben, stellt sich die Gewerkschaft GPA auf mögliche Streiks ein.
Die fünfte Verhandlungsrunde für den Kollektivvertrag der rund 68.000 Beschäftigten im österreichischen Finanzsektor ist am Mittwoch (15.4.) erneut ohne Einigung unterbrochen worden. Die Arbeitgeber halten laut Gewerkschaft GPA weiterhin an ihrem bisherigen Angebot fest. Dieses sieht eine Gehaltserhöhung von 2,3 Prozent, einen Fixbetrag von 20 Euro sowie eine Einmalzahlung von 250 Euro vor.
Gewerkschaft kritisiert "Blockadehaltung"
Die Gewerkschaft zeigt sich über den bisherigen Verlauf der Gespräche zunehmend unzufrieden. Chefverhandler Wolfgang Pischinger kritisiert, dass die Arbeitgeber trotz wirtschaftlich guter Lage der Branche kein verbessertes Angebot vorlegen.
Auch Verhandlerin Anita Palkovich sieht wenig Fortschritt: Statt auf aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen einzugehen, würden laut GPA Abschlüsse anderer Branchen als Begründung für ein niedriges Angebot herangezogen. Das erschwere konstruktive Verhandlungen erheblich.
Betriebsversammlungen und mögliche Streiks
Bereits vor der jüngsten Verhandlungsrunde hat die GPA eine österreichweite Konferenz der Betriebsrätinnen und Betriebsräte einberufen. In der kommenden Woche sollen nun Betriebsversammlungen stattfinden, um das weitere Vorgehen zu beraten.
Dabei stehen auch Kampfmaßnahmen im Raum. Diese könnten laut Gewerkschaft von betrieblichen Aktionen bis hin zu ersten Warnstreiks reichen, sollte es weiterhin zu keiner Einigung kommen.
Hoffnung auf Einigung bleibt
Trotz der angespannten Situation betont die Gewerkschaft, dass eine Lösung am Verhandlungstisch weiterhin angestrebt wird. Voraussetzung dafür sei jedoch, dass die Arbeitgeber die wirtschaftliche Lage der Branche anerkennen und ein verbessertes Angebot vorlegen. Die nächste, sechste Verhandlungsrunde ist für den 4. Mai angesetzt. (gp)















