Die Kostenunterschiede bei neuen Wohnkrediten sind teils massiv. Ein im Auftrag der Arbeiterkammer (AK) durchgeführter Vergleich bei sechs österreichischen Banken zeigt: Bei einem 200.000-Euro-Hypothekarkredit mit einer Laufzeit von 25 Jahren kann man bis zu 21.000 Euro sparen, je nach Bonität und Verhandlungsgeschick bei Zinsen und Nebenspesen. 

Dabei machen laut AK schon allein die Höhe der nur einmal anfallenden Nebenkosten zu Vertragsbeginn zwischen 4.650 und 5.660 Euro aus. "Die Kostenunterschiede sind enorm und resultieren aus den unterschiedlichen Sollzinsen und der Vielzahl an Nebenkosten, etwa Bearbeitungs-, Kontoführungs-, Pfandrechtseintragsgebühr, Schätzkosten, Versicherungsprämien, und, und, und", erklärt AK Konsumentenschützer Martin Korntheuer.

Gewöhnlich wird bei Wohnbaukrediten mit variabler Verzinsung der reine Zinsaufschlag (Marge) als wichtigster Vergleichsparameter herangezogen. "Diese Zinsspanne ist verhandelbar, aber in erster Linie von der Bonität abhängig", sagt Korntheuer. "Je besser die Bonität, desto günstiger ist die Zinsspanne. So bedeutet sehr gute Bonität im Vergleich zu ausreichender Bonität auch Vorteile bei den Nebenkosten."

Einmal-Spesen
An Einmal-Spesen können noch die Kosten der Bonitätsprüfung oder Vertragserrichtung anfallen. RLB NÖ-Wien verrechnet 20 Euro, Erste Bank 21 Euro, Hypo NÖ für Bonität und Schätzung das einmalige Besicherungspauschale von 700 Euro (s. Tabelle). Keine Bonitätsprüfungskosten verlangen laut AK Bank Austria, BAWAG P.S.K. und easybank.

Zum Test: Die Arbeiterkammer hat die Zinsen und Spesen für Hypothekarkredite bei sechs Banken erhoben: UniCredit Bank Austria, BAWAG P.S.K., easybank, Erste Bank, Hypo NÖ, Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien. Von der Volksbank Wien erhielt die AK keine Konditionen. Kreditsumme: 200.000 Euro, Laufzeit: 25 Jahre, volle Besicherung durch eine Wohnimmobilie. (gp)