Nachdem das Wohnbaukreditgeschäft im vergangenen Jahr stark gewachsen ist, wittern die Finanzierer Morgenluft und positionieren sich mit großen Erwartungen für das Neugeschäft. Die Unicredit Bank Austria will im Juni in ihrem Headquarter in Wien eine Spezialfiliale für Bau- und Wohnfinanzierungen eröffnen. Sie wird das neue Kompetenzzentrum für Bau- und Wohnfinanzierungen und täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet sein, kündigte das Finanzinstitut an.

Ivan Vlaho, CEO der Unicredit Bank Austria, verspricht: "Die Beratung, die wir in dieser neuen Spezialfiliale anbieten, ist einzigartig in Österreich. Wir bieten ein maßgeschneidertes Rund-um-Service beim Immobilienkauf, das weit über die gewohnten Bankdienstleistungen hinausgeht." Wenn das Konzept der Schwerpunktfiliale greift, will die Bank "in verschiedenen strategisch wichtigen Landeshauptstädten" weitere Bau- und Wohnfinanzierungscenter eröffnen.

"Immobilien sind wieder leistbar"
Die Bank Austria sieht im Privatkunden-Kreditgeschäft eine treibende Kraft für ihre "Wachstumsstrategie". Sie erwartet, dass das Volumen der neu vergebenen Wohnbaukredite von 16,7 Milliarden Euro im Jahr 2025 weiter auf 19 Milliarden Euro im Jahr 2026 steigt. Der Grund, warum Immobilien-Kredite wieder stärker nachgefragt werden, liegt nach Angaben der Bank in der Leistbarkeit.

Seit der Zinswende und dem damit verbundenen Ende des Immobilienbooms sind die Immobilienpreise laut Bank Austria um 2,7 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig stieg in diesem Zeitraum das durchschnittliche Nettoeinkommen der unselbstständig Erwerbstätigen um 20 Prozent. Dadurch haben sich die durchschnittlichen Kosten für 100 Quadratmeter Wohnraum von 14,4 Jahreseinkommen 2022 auf 11,2 Jahreseinkommen 2025 verringert, rechnet die Bank Austria vor. (ae)